Fußball: Wieder keine Punkte
VON MICHAEL TESCH - zuletzt aktualisiert: 29.10.2006 - 23:00Erst hatten die Solinger kein Glück, dann kam auch noch Pech hinzu – um einmal in Abwandlung den berühmten Spruch von Jürgen Wegmann zu zitieren. Und so kam, was kommen musste: Mit 0:2 unterlag Union Solingen in der Fußball-Oberliga der Reserve von Alemannia Aachen.
Recht realistisch schätzt Union-Trainer Harald Becker die Situation beim Solinger Fußball-Oberligisten nach der Niederlage in Aachen ein: „Noch ist nichts verloren, aber die Luft wird dünner. Wenn wir jetzt nicht endlich einmal für unsere Arbeit belohnt werden, dann können es schnell sieben oder acht Punkte auf einen Nicht-Abstiegsplatz werden. Und dann wird es ganz ganz schwierig.“ Da aber keiner der derzeitigen Mitkonkurrenten gegen den Abstieg gestern einen Dreier landen konnte, sind es derzeit „nur“ vier Zähler bis ans rettende Ufer.
„Egal, wo wir in der Winterpause in der Tabelle stehen, wir müssen 20 Punkte haben“, weiß Becker. Da die Union derzeit erst zehn Zähler hat, müssen die Solinger in den kommenden sechs Partien also noch zehn holen – gegen Mannschaften wie Oberhausen, Velbert, Wuppertal oder Kleve.
Dass gestern beim Tabellendritten Aachen II der Letzte der Oberliga zu Gast war, war dem Spiel nicht anzusehen. Gut 80 Minuten bestimmte die Union auf dem Kunstrasenplatz im Schatten des Tivoli die Partie – in der die Mannschaft von Becker und Eddy Malura allerdings wieder einmal einem frühen Rückstand hinterherlaufen musste. Nur einmal in 90 Minuten erlaubte sich die Union-Defensive einen kollektiven Aussetzer, schon lagen die Solinger in Rückstand. Thomas Tennagels hatte nach einem Doppelpass auf der linken Seite in der Mitte die Lücke erspäht und eingenetzt (13.).
„Wir machen und tun, kämpfen, zeigen Laufbereitschaft und spielen sogar richtig Fußball, doch belohnt werden wir dafür nicht“, haderte Becker mit dem fehlenden Quäntchen Glück. Sechs Chancen für seine Mannschaft hatte Becker in 90 Minuten auf seinem Zettel notiert, nur vier für die Gastgeber. Daraus machte Aachen zwei Tore, die Solinger aus ihren keins. Allerdings fiel das 2:0 für die Bundesliga-Reserve erstens in der Schlussphase, als die Solinger hinten aufgemacht hatten. Und zweitens wirklich recht glücklich, da der Ball von Tim Nixdorffs Knie genau zu Gordon Addai kam, der das Geschenk gerne annahm. Nixdorff war kein Vorwurf zu machen, der gestern hielt, was zu halten war und darüber hinaus zwei 100-prozentige Möglichkeit von Faton Popova und Abdul Özgen (beide in der 57. Minute) vereitelte.
So klar waren die Chancen der Solinger allerdings nicht. Adnan Gashi (34.), Enrico Kowski (57.) und Sven Köppen (88.) hatten die klarsten – doch eben kein Glück. Oder, wie es Becker selbstkritisch formulierte: „Uns fehlt vor dem Tor einfach die letzte Konsequenz.“
Ohne Osei, dafür mit Habljak
Noch vermerkt werden sollte, dass Michael Habljak in Aachen sein Debüt als Rückkehrer gab. Habljak spielte hinten rechts in der Viererkette. Und neben Michael Kyei stürmte diesmal Michele Fasanelli, da Richard Osei mit einer Virusinfektion flach lag.
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