Fußball: Yotla: "Ich denke positiv"
zuletzt aktualisiert: 07.01.2009Interview mit Redouan „Ede“ Yotla, Spieler beim Fußball-Niederrheinligisten Union Solingen. Nach seiner schweren Schulterverletzung und Operation hat der Stürmer mit den Reha-Maßnahmen begonnen.
Mittwoch startet Fußball-Niederrheinligist Union Solingen im Stadion am Hermann-Löns-Weg mit den Vorbereitungen auf die Rückrunde. Ein Spieler wird beim Auftakt des Tabellenführers nur Zuschauer sein: Redouan „Ede“ Yotla. Nach seiner schweren Verletzung am 7. Dezember in der Partie gegen den VfB Homberg ist für den Stürmer, der kommende Woche seinen 23. Geburtstag feiert, noch eine längere Zeit nicht an Fußball zu denken. Michael Tesch sprach mit Yotla.
Herr Yotla, wie geht es Ihnen?
Yotla Jetzt wieder besser. Das Schlimmste ist ja überstanden.
Können Sie sich noch genau an die Situation erinnern, die zu Ihrer schweren Verletzung geführt hatte? Das Spielgeschehen im Mittelfeld wirkte auf den Beobachter eigentlich recht harmlos.
Yotla Ich bin von meinem Gegenspieler von den Beinen geholt worden. Es war zwar ein Foul, aber kein absichtliches, auch kein schlimmes. Der Schiedsrichter hatte jedenfalls gepfiffen.
Und was ist dann passiert?
Yotla Nach dem Foul wollte ich mich abrollen und bin dabei aber saudumm und voll auf die Schulter gefallen. Ich wusste sofort, dass etwas passiert war, denn ich habe es knacken gehört. Dann kamen die Schmerzen, der Schwindel, die Übelkeit.
Sie wurden sofort ins Krankenhaus gebracht, konnten jedoch nicht gleich operiert werden . . .
Yotla Die Schwellung war so stark, dass die Ärzte eine Woche warten mussten.
Sie haben sich im Krankenhaus in Düsseldorf-Benrath operieren lassen. Was wurde gemacht?
Yotla Das Schlüsselbein wurde wieder auf die richtige Position gebracht. Die Bänder, die alle durch waren, wurden wieder hergestellt und die Knochenabsplitterungen entfernt. Das gebrochene Schulterblatt wurde mit einer Titanplatte fixiert.
Wie lange mussten Sie im Krankenhaus bleiben?
Yotla Fünf Tage und in dieser Situation, in der man völlig auf fremde Hilfe angewiesen ist und zudem mitbekommt, wie es anderen Patienten geht, habe ich gemerkt, wie wichtig die Gesundheit im Leben ist.
Wer hat Sie in diesen Tagen unterstützt?
Yotla Meine Freundin Hanna hat sich extra Urlaub genommen, um mich zu unterstützen. Toll war, dass sich die komplette Mannschaft gemeldet hat, mich viele Spieler im Krankenhaus besucht haben. Und dann habe ich auch viele Genesungswünsche und Grüße von Fans erhalten. Darüber habe ich mich echt gefreut.
Wie haben Sie die Weihnachtstage verbracht?
Yotla Ruhig. Ich konnte ja nicht viel unterwegs sein.
2008 war insgesamt kein gutes Jahr für Sie, wenn ich an Ihre vielen Muskelverletzungen denke.
Yotla Das stimmt. Ich hatte meinen letzten Muskelfaserriss gerade erst auskuriert, stand nach meinem Kurzeinsatz in Wülfrath gegen Homberg endlich wieder in der Startelf. Insgesamt war 2008 wirklich kein gutes Jahr, aber ich denke positiv, habe bereits mit zwei Reha-Maßnahmen begonnen und hoffe, in vier Wochen schon wieder mit Laufen anfangen zu können.
Was wird in den Reha-Maßnahmen gemacht?
Yotla In erster Linie geht es derzeit um den Muskelaufbau in der Schulter. Eine Maßnahme absolviere ich im Reha-Zentrum des Golf-Clubs Grevenmühle in Ratingen. Das wird von Markus Kaul geleitet, dem ehemaligen Spieler des Wuppertaler SV. Trainer Frank Zilles hat den Kontakt hergestellt. Bei Kaul arbeite ich mit einem so genannten Bodytransformer. Das ist eine Art Elektrotherapie-Anzug, der über 20 Elektronen verfügt, die mit Stromimpulsen die Muskeln bei den Kraftübungen zusätzlich stimulieren. Für diesen neuen Anzug bin ich bei der Union jetzt das Versuchskaninchen (lacht). Aber ich bin von dem Anzug echt begeistert.
Zum Trainingsauftakt werden Sie nur Zuschauer sein. Wann hoffen Sie selber wieder auf dem Platz stehen zu können?
Yotla Die Hoffnung ist da, dass ich noch diese Spielzeit zurückkommen werde.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



