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Handball: Zitter-Remis im Spitzenspiel

VON GUIDO RADTKE - zuletzt aktualisiert: 13.03.2010

Ohne seinen verletzten Torjäger Jiri Vitek kämpfte sich der Bergische HC gegen den TV Bittenfeld zu einem 22:22-Unentschieden. Im Kampf um Tabellenplatz zwei verspielten die Löwen vor knapp 6000 Zuschauern in der Porsche-Arena eine Fünf-Tore-Führung zur Halbzeit.

Tim Henkel musste gestern Abend den verletzten Jiri Vitek im rechten Rückraum vertreten.   Foto: RPO
Tim Henkel musste gestern Abend den verletzten Jiri Vitek im rechten Rückraum vertreten. Foto: RPO

Auf diese personelle Überraschung in der Startformation des Bergischen HC hätte Trainer Ha De Schmitz gestern Abend gerne verzichtet. Tim Henkel von der ersten Minute an im Spitzenspiel der 2. Handball-Bundesliga Süd anstelle von Jiri Vitek im rechten Rückraum aufzubieten, war eine in der Vorbereitung des Öfteren getestete Notgeburt. Im Abschlusstraining hatte sich der Tscheche ohne Fremdeinwirkung einen Muskelfaserriss im Wurfarm zugezogen. So verfolgte Vitek zusammen mit dem ebenfalls verletzten Arthur Giela nur von den Notplätzen hinter der Mannschaftsbank aus, wie sich die Teamkollegen vor knapp 6000 Zuschauern in der Stuttgarter Porsche-Arena im Kampf um den zweiten Tabellenplatz zu einem 22:22-Unentschieden gegen den TV Bittenfeld zitterten.

Den Ausfall von Jiri Vitek kompensierten die Bergischen zumindest in der ersten Hälfte glänzend, weil in der richtungsweisenden Begegnung vor allem einer die Tore erzielte, die von ihm in wichtigen Situationen erwartet werden. Sechs Mal warf Kenneth Klev aus dem Rückraum auf das von Bastian Rutschmann gehütete Gehäuse, nur ein Mal blieb der Bittenfelder Keeper Sieger. So erzielte der Norweger das 4:3 (11.) in dem wichtigen Moment, als die Schiedsrichter Zeitspiel anzeigten. Und Klev eröffnete mit dem 6:4 (14.) den Zwischenspurt, als Tim Henkel und Kristoffer Moen noch zwei Tore zum 8:4 nachlegten – allesamt in den zwei Minuten, die Simon Kluge unberechtigt auf die Bank verbannt worden war.

Info

Bittenfeld – BHC 22:22

Bittenfeld: Rutschmann (6 Paraden, davon ein Siebenmeter), Sdunek (28. - 58. / 6 Paraden) – Seitner (2), Weiß, Baumbach (1), Lenz (3), Schweikardt (2/2), Heib, Baumgarten (3), Häfner (5/1), Wehner (4), Hauk (2), Rothe, Drobek.

BHC: Stochl (27 Paraden, davon ein Siebenmeter), Huhnstock (einen Siebenmeter gehalten) – Fuchs, Hoße (2/1), Hinze (1), Klev (6), Quade, Moen (2), Kluge (2), Henkel (2), Aschenbroich, Reinarz (5/3).

Schiedsrichter: Frank Kaiser (Linkenheim) / Marc Schmitz (Eggenstein).

Zuschauer: 5978 (in Stuttgart).

Torfolge: 1:1 (4.), 1:3 (6.), 3:3 (10.), 4:4 (11.), 4:8 (15.), 5:10 (18.), 8:14 (28.), 10:15 (Halbzeit), 16:15 (41.), 16:17 (43.), 17:20 (47.), 20:20 (52.), 22:22 (58.)

Zeitstrafen: Häfner (2), Hauk / Quade, Kluge (2), Henkel (2), Hinze.

Das nächste Spiel: Bergischer HC – HG Saarlouis (Samstag, 20. März, 18.15 Uhr, Bayerhalle Sonnborn).

Die Fünf-Tore-Führung zur Halbzeit (15:10) war innerhalb von nur knapp zehn Minuten verspielt, weil nun die dringend notwendige Gefahr aus dem linken Rückraum fehlte. Die Bittenfelder hatten bei ihrer Abwehrarbeit ein größeres Augenmerk auf Kenneth Klev gelegt, der im zweiten Durchgang nur noch drei Mal aufs Tor warf und jedes Mal scheiterte. Dafür hielt Keeper Jan Stochl seine Leistung der ersten 30 Minuten auf dem überdurchschnittlich hohen Niveau und bügelte bei 27 Paraden so manchen Fehler seiner Vorderleute aus.

Kluges wichtiges Tor zum 16:16

Nachdem Marcel Lenz den Tabellenzweiten zum ersten Mal in Führung gebracht hatte, sorgte Simon Kluge mit dem 16:16 (43.) gerade noch rechtzeitig dafür, dass die Löwen die Kurve bekamen. Christian Hoße und Jens Reinarz (3/2) trafen sogar zur zwischenzeitlichen 20:17-Führung (48.) und dafür, dass die rund 60 mitgereisten BHC-Anhänger plötzlich gut zu hören waren.

Doch weitere wichtige Treffer aus dem Rückraum blieben aus – bis auf das 22:21 durch Joey Duin. Dessen zweiter Versuch rund 50 Sekunden vor Schluss lenkte Bastian Rutschmann um den Pfosten. Den Gegenangriff störten die Löwen mit vielen taktischen Fouls und retteten so zumindest das verdiente Remis.

Quelle: RP

 
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