Leichtathletik: 216 Runden: Hildebrandt hielt durch
VON GERHARD PICK - zuletzt aktualisiert: 18.06.2007Die Attacke blieb aus: Weil die beiden Jungstars der LG Remscheid, Daniel Lipus und Anneke Goudefroy, nicht zum 24 Stunden-Rennen in Lüttringhausen kamen, blieb der von Lipus im Vorjahr aufgestellte Rundenrekord unangetastet. 1:55 Minuten hatte Lipus damals für die 743 Meter benötigt, aber diesmal verzichtete er auf den Versuch, die Runde um die katholische Kirche an der Richard-Pick-Straße schneller zu drehen. Ihm und auch seiner Teamkollegin Anneke Goudefroy waren die anstehenden Ereignisse (Junioren-Gala, Deutsche Meisterschaft, Europameisterschaft) wichtiger – wofür alle Verständnis zeigten.
Der zweite angestrebte Rekord wurde dagegen aufgestellt: Thomas Hildebrandt-Effelberg blieb tatsächlich 24 Stunden im Rennen und konnte somit als erstes und einziges „Ein-Mann-Team“ gezählt werden. 216 Runden lief der Remscheider, die minutiös durch Gummiringe (pro Runde) und Sicherheitsnadeln (für jede zehnte Runde) dokumentiert wurden.
Ein kleiner „Durchhänger“ zwischen ein Uhr und vier Uhr in der Nacht, ein weiterer in den letzten zwei Stunden vor dem Ende des Laufs – beide überwand der Extremläufer, der zum Schluss bei jedem Durchgang über die Zielgerade frenetisch bejubelt wurde schadlos. Klar war indes, dass er bei seinem Lauf kein hohes Tempo vorlegte. Dafür waren andere zuständig. Zum Beispiel das RSV-Running-Team, das gemeinsam mit dem LCK Ronsdorf wie vor zwei Jahren den Mannschaftssieg holte. Mit dabei waren die Routiniers Sascha Velten und Arnd Bader, die immerhin den Versuch unternahmen, um 13 Uhr, also zu Beginn der letzten Stunde, eine schnelle „Rekordrunde“ hinzulegen. Das klappte allerdings nicht – konnte auch nicht funktionierten, denn beide waren da bereits seit 23 Stunden auf den Beinen und hatten dabei schon ihr Marathon-Pensum in Etappen bewältigt. Mit 2:13 Minuten liefen beide noch einmal eine schnelle Runde im Trikot des Veranstalters Heilig Kreuz.
Das gab Punkte für die Gastgeber, die den Sieg des RSV/LCK-Teams allerdings nicht gefährdeten. Das wurde übrigens durch Noah (6) und Joshua Bader (9), die beiden Söhne von Arnd Bader, beträchtlich verjüngt. Mit deutlichem Abstand folgten die anderen: Die LG Colorado, der Reinshagener TB sowie das Röntgen-Gymnasium und Delphi-Draka. Oder der Lüttringhauser TV, das kombinierte Team der Hauptschulen Hölterfeld und Wilhelmstraße, das Wilpu-Werksteam. Für die meisten Läufer galt ohnehin, dass Mitmachen wichtiger als der Sieg ist – ohne dass dadurch die Freude am Ereignis geschmälert wurde, welches mit einer gemeinsamen Runde beinahe aller Läufer endete. ANSTOSS
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