Rollhockey: Anerkennung für die IGR, Punkte für Iserlohn
VON JAN DOBRICK - zuletzt aktualisiert: 08.02.2010Anerkennung erspielt, Punkte abgegeben: Die ERG Iserlohn war eine Nummer zu groß für die IGR Remscheid. Mit 2:6 (1:2) verlor der Rollhockey-Bundesligist das Heimspiel gegen den Tabellenführer, trotzdem waren die Remscheider mit der Leistung zufrieden. "Wir haben gut gespielt, das Ergebnis war zweitrangig", erklärte IGR-Kapitän Markus Wilk. Auch Gäste-Trainer Detlef Strugalla lobte den kämpferischen Einsatz des Tabellensechsten. "Die Remscheider haben uns alles abverlangt. Wir haben nur aufgrund der besseren Einzelspieler gewonnen", gab der Übungsleiter des Spitzenreiters zu Protokoll.
Mit den "besseren Einzelspielern" meinte Strugalla vor allem einen Akteur, der gegen die IGR den Unterschied machte: Kevin Karschau. Der ehemalige Herringer erzielte alle sechs Iserlohner Treffer und führt mit 37 geschossenen Toren die Torschützenliste der Bundesliga an. "Selbst mit Bremsen an den Rollschuhen würde er schneller fahren, als alle anderen", zeigte sich Marcus Franken, der Sportliche Leiter der Remscheider, angetan von dem besten Angreifer der Liga.
Doch Karschau musste – dank einer stabilen IGR-Defensive – hart für seine Treffer arbeiten. Die Remscheider präsentierten sich von Beginn an zweikampfstark, setzten den Deutschen Meister unter Druck und erspielten sich gute Tormöglichkeiten. Bereits nach vier Minuten wurden sie dafür belohnt: Marcel Wiegershaus erzielte den Führungstreffer und versetzte die Zuschauer in ungläubiges Staunen. "Es war ein tolles Gefühl, gegen eine so starke Mannschaft in Führung zu gehen", freute sich IGR-Coach Marcell Wienberg, der auf eine Überraschung gegen den ungeschlagenen Liga-Primus hoffte. Dies schien in der ersten Halbzeit durchaus möglich zu sein. Die ERG zeigte in der Offensive ungewohnte Schwächen und erzielte vor der Pause kein Tor aus dem Spiel heraus. Zwar hinderte das Karschau nicht daran, einen Penalty (6.) und einen direkten Freistoß (25.) zur Iserlohner Führung zu verwandeln, aber zumindest der zweite Treffer erinnerte stark an das Wembley-Tor: Der Stürmer setzte die Kugel an die Unterkante der Latte, worauf die Unparteiischen den Abpraller hinter der Torlinie wähnten.
Angeregt diskutierten die IGR-Fans, die die Kugel nicht im Tor gesehen hatten, in der Pause. Die Wienberg-Schützlinge hingegen schien der Treffer nicht zu beschäftigen. Karschau erhöhte zwar nach 28 Minuten auf 3:1, doch Wiegershaus verwandelte einen Penalty zum Anschlusstreffer (34.).
Ausgleichschancen gab es in der Folge durch Robin Selbach oder Lukas Kuhn, doch Tore schoss nur noch Karschau. Nach 45 Minuten entschied er mit seinem vierten Treffer das Spiel. Die IGR warf die restliche Kampfkraft in die Waagschale, fing sich jedoch zwei Konter-Tore durch den ERG-Stürmer (48., 49.) und Franken stellte fest: "Wir waren der Außenseiter – das hat sich am Ende bewahrheitet."
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