Leichtathletik: Angenehmer Nebeneffekt
VON MICHAEL IN'T ZANDT - zuletzt aktualisiert: 26.03.2008Ulrich Dirking ist 50 Jahre alt und Sprinter. Bei den Hallenweltmeisterschaften der Senioren in Clermont-Ferrand gewann der Wermelskirchener sowohl im Einzelwettbewerb, als auch mit der Staffel die Silbermedaille.
Nationenwertung
Bei den dritten Hallen-Weltmeisterschaften der Senioren in Clermont-Ferrand hatten 3176 Athleten aus 65 Ländern gemeldet. Die Nationenwertung gewann die deutsche Mannschaft mit 255 Medaillen (98x Gold, 88x Silber, 69x Bronze). Auf Platz zwei kam Gastgeber Frankreich mit 192 Medaillen. Dritter wurde Großbritannien mit 127 Mal Edelmetall.
Wenngleich das Medaillensammeln für Ulrich Dirking nur ein angenehmener Nebeneffekt ist, so klang dennoch ein wenig Stolz bei ihm durch. „Das WM-Silber ist meine erste Einzelmedaille bei einem internationalen Wettbewerb. Das ist schon etwas ganz Besonderes“, erklärte der 50 alte Wermelskirchener, der bei den dritten Leichtathletik-Hallenweltmeisterschaften der Senioren in Clermont-Ferrand/Frankreich über die 200 Meter in der Alterklasse M50 an den Start ging und 24,45 Sekunden lief. Nur der Engländer Val Barnwell (23,82 sec) war schneller. Seinen Teamkollegen Rudolf König (ebenfalls 24,45 sec) fing Dirking noch auf der Ziellinie ab.
Sein zweites WM-Edelmetall holte sich Dirking mit der 4x200-Staffel, wobei er mit seinen Kollegen Heinz-Hermann Mager, Matthias Konopka und Rudolf König als turmhoher Favorit auf den Titel gehandelt worden war. „Aufgrund der Einzelzeiten hätten wir mit 20 Sekunden Vorsprung gewinnen müssen“, meinte Dirking. Doch nach einem völlig verunglückten ersten Wechsel musste sich das deutsche Quartett (1:39,26 min) mit Rang zwei hinter der britischen Staffel (1:38,77 min) zufrieden geben.
Vier Läufe musste der Sprinter innerhalb von zwei Tagen absolvieren, „Es ist alles super gelaufen“, freute sich der Versicherungskaufmann, dessen Traum war, sich für das Finale der besten Sechs zu qualifizieren. Und das hat geklappt. „Ich habe mir ein wenig die Kräfte eingeteilt“. erklärt Dirking seine Taktik, die bestens aufging. Er leif nicht nur seine beste Zeit im Finale, sondern behielt noch im Auge, dass nur die vier schnellsten deutschen Starter für die Staffel nominiert wurden.
Die Teilnahme an Meisterschaften ist für den Deutschen Freiluft- und Hallenmeister der Antrieb, zu trainieren; die Aussicht auf einen Podiumsplatz zusätzliche Motivation „Hauptsache ist, man tut überhaupt etwas“, betont der Versicherungskaufmann, für den Gesundheit und Fitness wichtiger als Medaillen sind. Außerdem, so erklärt Dirking, „ist der Sport für mich ein Ventil, der mir Kraft für den Rest des Lebens gibt“.
EM im Sommer
Die nächsten Pläne für einen internationalen Start hat Dirking, der nicht nur bei seinem Leichtathletik-Training Zerstreuung findet, sondern auch beim Schachverein Wermelskirchen in der fünften Mannschaft spielt, bereits in der Schublade. Im Sommer findet im slowenischen Ljubljana die Freiluft-EM statt. Dann wird der Wermelskirchener wieder Urlaub und Wettkampf miteinander verbinden.
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