Schwimmen: Aufstieg verpasst
VON HENNING SCHLÜTER - zuletzt aktualisiert: 06.02.2012Schwimmen (RP). In der Aufstiegsrunde zur Zweiten Bundesliga mussten die Schwimmerinnen der SG Remscheid der SG Ruhr II den Vortritt lassen. Auch die Hoffnung, durch ein Hintertürchen noch aufsteigen zu können, erfüllt sich nicht.
"Zweite" in Neuss
Am kommenden Samstag greift die zweite Damen-Mannschaft der SG Remscheid in die Wettkämpfe um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft ein. In der Bezirksliga tritt das Team in Neuss gegen den Leichlinger SV, Düsseldorfer SC II, ASV Wuppertal und die SG Neuss II an.
Als gestern Abend die Nachricht durchsickerte, dass die Post SG Köln den Aufstieg in die Erste Bundesliga verpasst hat, war der Aufstiegstraum endgültig geplatzt: Die Damen der SG Remscheid werden auch im kommenden Jahr in der Oberliga antreten. In der Aufstiegsrunde zur Zweiten Bundesliga mussten die Bergischen am Samstag in Bochum neben dem Maxi Swim Team Hamm auch noch die gastgebende SG Ruhr II vorbeiziehen lassen. Als drittplatziertes Team hätten die Remscheider nur noch durchs Hintertürchen aufsteigen können, aber diese Chance wurde ihnen durch das Abschneiden der Kölner genommen.
"Frustrierend" fand SG-Trainer Jörg Schiemann die Situation – und beschrieb damit zugleich den Gemütszustand seiner Schützlinge. Die hatten sich in der Aufstiegsrunde in Bochum teuer verkauft, ihre eine Woche zuvor geschwommenen Fabelzeiten teils bestätigt, teils sogar noch einmal unterboten und ihre Punktausbeute um weitere 200 Zähler gesteigert. Belohnt wurde diese Leistung aber nicht.
Ein Grund dafür waren die personellen Voraussetzungen. Während sich die SG Ruhr II, die im Qualifikationswettkampf vor Wochenfrist noch 81 Punkte hinter den Remscheidern lag, mit zwei Schwimmerinnen aus der ersten Mannschaft verstärkt hatte, musste Schiemann unter anderem auf die gerade erst von einer schweren Bronchitis genesene Melanie Butschkat setzen. Weil diese aber beispielsweise nicht über 200m Schmetterling schwimmen konnte, kam die gesamte Mannschaftsaufstellung der SG ins Rotieren, "weil unsere Personaldecke eben recht dünn ist" (Schiemann). Ein Nachteil, der am Samstag trotz aller Anstrengungen nicht zu kompensieren war.
Dennoch verkauften sich die jungen Remscheiderinnen (Durchschnittsalter: 17 Jahre) teuer. Nach dem ersten Abschnitt lag die SG noch 92 Punkte vor den Gastgeberinnen. Erst nach etwa der Hälfte der Wettkämpfe im zweiten Abschnitt überholte die SG Ruhr II die Bergischen. Die gaben sich aber immer noch nicht geschlagen und kamen kurz vor Schluss noch einmal bis auf 40 Punkte an die Bochumerinnen heran.
Dem Trainer tat hinterher nicht nur seine Mannschaft leid. Er sah auch eine Perspektive für den Verein davonschwimmen: "Der Aufstieg wäre für das Renommee der SG sehr gut gewesen." Nun konzentriert sich bei den Remscheidern alles auf die nächsten Wettkämpfe, die schon bald anstehen. Neben NRW- und Bezirksmeisterschaften auf den langen Strecken Ende Februar geht es Ende März in Düsseldorf um die Qualifikationszeiten für die Deutsche Meisterschaft. Dass es jetzt Schlag auf Schlag weitergeht, ist für Schiemann tröstlich: "So haben wir weniger Zeit, dem verpassten Aufstieg nachzutrauern."
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