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Außenseiter

VON HENNING SCHLÜTER - zuletzt aktualisiert: 30.09.2006

Auf dem Papier ist es ein Spitzenspiel, doch wenn der Neusser HV heute als Tabellenführer der Handball- Regionalliga der Damen zur HGR kommt, sind die Gastgeberinnen froh, wenn sie ein spielfähiges Team haben.

Es ist nichts passiert. „Gottseidank“, atmete Jörg Freund auf, als er sich nach dem Überraschungs-Remis von Lintfort bei Caro Fisch nach deren Befinden erkundigte. Denn Fisch musste am letzten Sonntag, obwohl sie geschwächt war und Antibiotika nahm, bereits ab der achten Minute Nicole Offermann ersetzen. „Eigentlich unverantwortlich, dass ich sie gebracht habe“, übt der Trainer der HG Remscheid Selbstkritik, „aber sonst hätten wir in Unterzahl weiterspielen müssen.“

Gleiches könnte der HGR theoretisch auch heute drohen, wenn um 17.15 Uhr der aktuelle Spitzenreiter Neusser HV in Neuenkamp gastiert. Denn wegen einer Schleimbeutel-Verletzung fällt Daniela Hannemann weiterhin aus. Zudem sind Nicole Offermann (Muskelfaserriss) und Rekonvaleszentin Katharina Ten Cate ebenfalls nicht einsatzbereit. Fehlen wird heute auch noch Julia Huppertz, die schon am vergangenen Wochenende aus beruflichen Gründen pausieren musste.

Ergo wird Caro Fisch um einen erneuten Einsatz kaum herum kommen, wenn die Gastgeberinnen wenigstens sechs Feldspielerinnen aufbieten wollen. „Sie hat die Medikamenten-Dosis inzwischen reduziert, ihr Arzt hat für einen Einsatz Grünes Licht gegeben“, sagt Freund, der zudem auf Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft zurückgreifen will, um Wechselalternativen zu haben.

Selbstredend, dass seine Schützlinge unter diesen Voraussetzungen erneut als Außenseiter ins Spiel gehen. Gegen einen erneuten Coup á la Lintfort hätte der Trainer zwar „nichts einzuwenden“, allein, es fehlt der Glaube. „Irgendwann geht bei dieser Mini-Besetzung Substanz verloren. Außerdem hat halb Neuss am letzten Sonntag in Lintfort auf der Tribüne gesessen. Die werden uns mit Sicherheit nicht unterschätzen.“

Ganz abgesehen davon, hält Freund ohnehin große Stücke auf die Gäste: „Die sind in ihrem Spiel variabel und deswegen unberechenbarer als Lintfort. Außerdem hat der NHV schon zwei eindrucksvolle Siege errungen. Mit einem kompletten Kader würde ich beide Mannschaften auf Augenhöhe sehen. Aber so wird’s schwer für uns.“

Gleichwohl will Freund seine Mannschaft „kämpfen und rackern“ sehen – auch fürs Publikum. „Dem wollen wir eine möglichst gute Vorstellung bieten.“ Wobei Freund hofft, dass die Schar der Anhänger dies mit entsprechender Unterstützung zurückzahlt: „Das hat sich die Mannschaft redlich verdient.“

Quelle: RP

 
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