Handball: „Wie sind nicht Chelsea“
zuletzt aktualisiert: 14.04.2007mit HGR-Damentrainer Jörg Freund
In den letzten vier Saisonspielen genießen die Regionalliga-Handballerinnen der HG Remscheid noch dreimal Heimrecht. Den Auftakt dieser Trilogie bildet heute (17.15 Uhr, Neuenkamp) die Partie gegen den Tabellenachten Königsborner SV. BM-Sportredakteur Henning Schlüter sprach im Vorfeld mit HGR-Trainer Jörg Freund.
Im Hinspiel kassierte Ihre Mannschaft in Unna beim 24:26 eine von bisher fünf Niederlagen. Ist das eine zusätzliche Motivation für die heutige Partie?
Freund Nein, denn wir wollen immer gewinnen, egal wie die vorherigen Spiele ausgegangen sind. Das gilt natürlich auch für das Spiel gegen Königsborn, das ich übrigens für das interessanteste der drei noch ausstehenden Heimspiele halte.
Warum?
Freund Weil der KSV nicht nur spielerische und individuelle Qualitäten hat, sondern auch großen Kampfgeist beweist. Typisch Westfalen, eben. Aber wenn wir unsere Stärken ausspielen und die Trefferquote besser als im Hinspiel ist, bin ich optimistisch.
Hat sich die personelle Lage entspannt?
Freund Ja. Bis auf Anna Krajnik, die allerdings schon wieder locker mittrainiert, sind alle gesund. Ein Fragezeichen steht nur noch hinter dem Einsatz von Sabine Nückel, weil der TV Beyeröhde parallel im Spitzenspiel auf Tabellenführer Celle trifft.
Was bewegt sich in Sachen Neuverpflichtungen?
Freund Sehr viel, aber nichts, was wir der Öffentlichkeit schon mitteilen könnten. Es kommen seit einiger Zeit viele Spielerinnen zum Training, aber noch ist nichts unterschrieben, deswegen unsere Zurückhaltung.
Warum laden Sie zum Probetraining ein. Man darf doch davon ausgehen, dass Sie das Gros der potenziellen Neuzugänge kennen?
Freund Klar, und es geht dabei auch nicht um einen Leistungstest. Vielmehr sollen die Spielerinnen ein Gefühl für die Atmosphäre bei der HGR bekommen. Sie sollen sich mit der aktuellen Mannschaft beschnuppern, es soll ja alles zusammen passen.
Sie setzen also vor allem auf Harmonie und Teamgeist?
Freund Absolut. Wir sind schließlich nicht der FC Chelsea und kaufen für viel Geld alles, was Rang und Namen hat. Das können und wollen wir nicht.
Sondern?
Freund Wir suchen nach jungen, hungrigen Spielerinnen, denen wir vielleicht bei der Jobsuche behilflich sein können.
Gerüchteweise hieß es, Anja Kaltenbrunn vom TuS Lintfort wäre bei der HGR ein Thema. Aber die fällt mit ihren 38 Lenzen wohl nicht mehr ins Remscheider Beuteschema . . .
Freund Wer solche Gerüchte in die Welt setzt, hat keine Ahnung.
Besteht weiterhin die Möglichkeit, Caro Fisch im Kader zu behalten, obwohl sie in Marburg studiert?
Freund Ja, die Chancen stehen nicht schlecht. Aber man muss abwarten, wie sich die Situation entwickelt. Sie ist in dieser Woche erstmals komplett in Marburg. Es wird sich jetzt herausstellen, ob sie dort trainieren und immer freitags zurück kommen kann und will.
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