Fußball: "Das wäre ein Drama"
VON HENNING SCHLÜTER - zuletzt aktualisiert: 04.02.2010Die mögliche Schließung des Lenneper Röntgen-Stadions 2012 würde FC Remscheid und VfL Lennep hart treffen. Verantwortliche befürchten Probleme bei Umzügen nach Reinshagen, Hackenberg oder zum Jahnplatz.
Das laute Wehklagen in der Remscheider Sportszene blieb bislang aus. Trotz des angekündigten Sparkurses der Stadt, dem sich auch die Vereine unterwerfen müssen. Zuschuss-Kürzungen, höhere Nutzungsgebühren für städtische Hallen und Plätze, Mehreinnahme aus der Werbung – vor dem Hintergrund des leeren Stadtsäckels steht nahezu alles auf den Prüfstand – und manches sogar auf der Verkaufsliste.
Neben der schon länger diskutierten Schließung des Sportplatzes am Neuenhof (Heimstatt der TS Struck) plant die Stadt nun auch den Verkauf des Lenneper Röntgen-Stadions. Rund 2,5 Millionen Euro soll die Veräußerung des Areals, zu dem neben dem Rasen- auch noch der Hartplatz gehört, im Jahr 2012 einbringen. Damit würden der VfL Lennep und der FC Remscheid ihre Heimspielstätten verlieren. Doch bislang äußerten sich die Verantwortlichen der Klubs noch nicht zu der Hiobsbotschaft.
Stadion kein Thema
Sehr pragmatisch gingen beim jüngsten Neujahrsgespräch des Remscheider SV die Vertreter der Vereine mit dem Sparkurs der Stadt um. In einer sachlich geführten Diskussion wurde immer wieder betont, gemeinsam mit der Verwaltung nach Lösungsmöglichkeiten suchen zu wollen. Die mögliche Schließung des Röntgen-Stadions und des Sportplatzes am Neuenhof wurde allerdings nur am Rande thematisiert. Was auch daran lag, dass weder Vertreter des FC Remscheid, noch der TS Struck erschienen waren.
"Das wäre für den Verein ein Drama", wertete FCR-Noch-Präsident Dirk Schüttrumpf auf BM-Nachfrage das Vorhaben der Stadt. Denn die Folgen seien für den Klub unabsehbar: "Der FCR hat keine finanziellen Möglichkeiten, das Stadion selber zu übernehmen. Und einen Investor, der dem Klub das Gelände kostengünstig vermietet, wird man kaum finden." Vielmehr glaubt Schüttrumpf an eine anderweitige Nutzung: "Vielleicht für eine Wohnbebauung oder für Gewerbebetriebe." Beides hätte für den FCR dieselbe Konsequenz: "Wir Fußballer müssten weichen."
Dafür käme das Stadion Reinshagen in Frage, in dem mit dem VfB Marathon 90 und Türkiyemspor Remscheid schon zwei Fußball-Klubs und zudem die Leichtathleten der LG Remscheid sowie die Footballer des AFC Remscheid Amboss beheimatet sind. Oder es ginge "back to the roots" (Schüttrumpf), also "zurück zu den Wurzeln" auf den Jahnplatz nach Lüttringhausen. Beides wäre für den FCR ein Rückschritt. Das Stadion Reinshagen birgt ebenso wie der Jahnplatz Sicherheitsrisiken (zum Beispiel keine Zäune zum Spielfeld), zudem ließen sich die Plätze werbetechnisch schlechter vermarkten. Schüttrumpf: "So oder so wäre ein Verkauf des Röntgen-Stadions ein ganz harter Schlag."
Bei einem Treffen am gestrigen Abend wurde der geplante Stadion-verkauf auch von Dieter Maar thematisiert. Das sagte der designierte Schüttrumpf-Nachfolger gestern auf Anfrage der BM. Ansonsten hielt sich Maar mit Aussagen zu dem Thema zurück: "Das ist ja im Moment nur einer von vielen Vorschlägen. Man muss abwarten, was sich davon am Ende tatsächlich durchsetzen wird." Zudem verwies Maar darauf, dass er momentan kein Amt beim FCR habe: "Sollte ich am 8. März gewählt werden, ist das Thema Stadion sicher eine von vielen großen Baustellen, die wir zu bearbeiten haben."
VfL nach Hackenberg?
Unterdessen bezeichnete Carmine Giorgio, der zweite Vorsitzende des VfL Lennep, die sich abzeichnende Situation als "reine Katastrophe für uns". Wo der rund 180 Mitglieder zählende Traditionsverein spielen soll, wenn das Röntgen-Stadion geschlossen wird, ist ihm schleierhaft: "Eigentlich bliebe für einen Lenneper Verein ja nur der Hackenberg, aber die dortige SG hat ja selber kaum noch Kapazitäten frei." Bei einer Vorstandssitzung in der kommenden Woche soll das Thema eingehend beraten werden.
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