Fußball: Der Aufstiegs-Konjunktiv
VON HENNING SCHLÜTER - zuletzt aktualisiert: 02.05.2009Mit einem Sieg bei Helene Essen kann Fußball-Landesligist FC Remscheid morgen die Chancen auf den Aufstieg noch wahrscheinlicher machen. Feiern darf er aber erst, wenn noch ein paar Fragezeichen ausgeräumt sind.
Noch muss der Konjunktiv her: Würde der FC Remscheid morgen (15 Uhr) beim TuS Helene Essen gewinnen, würde Verfolger SSVg. Heiligenhaus zeitgleich nicht beim FC Kray siegen und wäre das Spruchkammer-Urteil bereits rechtsgültig, das der SSVg. am grünen Tisch eine Niederlage in Vohwinkel einbrockte – dann hätte sich der FCR vorzeitig einen langgehegten und für die Zukunft des Klubs entscheidenden Traum erfüllt. Denn dann wäre ihm die Meisterschaft nicht mehr zu nehmen, dann könnten zwei Spieltage vor Ende der Saison die Aufstiegsfeierlichkeiten beginnen.
Einspruch angekündigt
Doch hinter dieser Idealkonstellation stehen bei aller Euphorie unglücklicherweise noch Fragezeichen. Vor allem muss eben abgewartet werden, ob Heiligenhaus Einspruch gegen die Wertung des Vohwinkel-Spiels einlegt. Zehn Tage – also bis kommenden Dienstag – hat die SSVg. Zeit für die Eingabe, die dann in letzter Instanz beim Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverband verhandelt werden würde. Bis Mittwoch hatte Heiligenhaus noch keinen Widerspruch erhoben, kündigte dies allerdings in der Presse an: "Wir haben einen Fachmann eingeschaltet und Einspruch gegen dieses Urteil eingelegt", wird der Ehrenvorsitzender Heinz Dedenbach zitiert: "Wenn man etwas schriftlich vom Verband bekommt, muss man sich darauf verlassen können. Wir wollen wenigstens ein Wiederholungsspiel gegen Vohwinkel haben."
Mario Kraft bleibt
Bereits vor dem Helene-Spiel kann der FCR eine weitere Vertragsverlängerung melden: Mario Kraft bleibt ein weiteres Jahr. Zudem erklärte der Sportliche Leiter Christian Genau, der Klub habe zwei definitive Zusagen von Neuzugängen – "unabhängig von der Ligazugehörigkeit". Namen bleiben aber noch geheim, mit weiteren Kandidaten werde verhandelt.
Wer den FCR nach Essen begleiten will, fährt über die A 42 bis zum Kreuz Essen-Nord und nimmt die Ausfahrt Richtung Essen/Gladbeck. Danach für vier Kilometer die Gladbecker Straße bis zur Bäuminghausstraße benutzen.
Zudem hat auch Gastgeber TuS Helene Essen etwas gegen Feierlichkeiten einzuwenden: "Der FC Remscheid darf seinen Aufstieg gerne feiern, aber nicht an der Bäuminghausstraße", heißt es auf der TuS-Homepage. Selbstbewusstsein haben sich die Essener "Remiskönige" (elf Unentschieden in 23 Spielen) durch den Umstand geholt, inzwischen drittbeste Rückrundenmannschaft zu sein. Das hat den Klub auf den sorgenfreien Platz fünf der Tabelle gespült.
Entsprechend zurückhaltend bleibt FCR-Trainer Zeljko Nikolic, was die Aussicht auf eine improvisierte Meisterfeier am Sonntagabend betrifft: "Ich könnte mir eher vorstellen, dass am Sonntag eine Vorentscheidung fällt", sagt der Coach, der abseits von Spruchkammer-Entscheidungen ("Darauf sollten wir uns nicht verlassen") seine eigene Rechnung aufmacht: "Wenn wir bei Helene gewinnen und Heiligenhaus in Kray vielleicht nur Unentschieden spielt, dann sollten fünf Punkte Vorsprung bei noch zwei ausstehenden Partien ausreichend sein."
Doch alle Rechnerei soll bis nach dem Spiel ruhen. "Wichtiger ist, dass wir uns mit aller Kraft auf die vorherigen 90 Minuten konzentrieren. Die werden schwer genug", findet der Coach, der den hart erkämpften 3:2-Hinspielsieg noch nicht vergessen hat. Zudem sind einige Spieler angeschlagen. "Wir werden erst nach dem Training am Samstagvormittag wissen, wer eingesetzt werden kann", gibt sich Nikolic noch gewohnt zugeknöpft.
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