Handball: Der Wolf im Schafspelz
VON STEFAN BLAMOV - zuletzt aktualisiert: 19.02.2010Die HSG Lemgo II scheint als Viertletzter und Gast des TuS Wermelskirchen ein leicht verdaulicher Appetithappen zu sein. Doch seit das Team Verstärkung aus dem Bundesliga-Kader erhielt, zeigt die Formkurve nach oben.
Nur ungern erinnert sich Lars Hepp an den 11. Oktober des vergangenen Jahres. An diesem Sonntag nahm die "Mini-Krise" des TuS-Wermelskirchen mit einer überraschenden 24:25-Auswärtspleite bei der HSG Lemgo II ihren Lauf. "Damals haben wir ein schlechtes Spiel abgeliefert, aber trotzdem bis zur 55. Minute mit 23:20 geführt. Die letzten fünf Minuten haben wir uns dann unfassbar blöd angestellt und verdient verloren", weiß der Spielertrainer.
Am morgigen Samstag (18 Uhr) gastiert die Lemgoer Bundesliga-Reserve in der Sporthalle Am Schwanen. Aber vergleichbar mit der Mannschaft aus der Hinrunde ist das aktuelle Team nicht mehr. "Die haben sich unter anderem mit Michael Binder aus dem Bundesligateam verstärkt. Für mich gehört die HSG zu den Teams, die noch den Klassenerhalt schaffen werden", glaubt Hepp, der demzufolge die eindeutige Favoritenrolle trotz des 13. Tabellenplatzes der Gäste von sich weist: "Lemgo ist wesentlich stärker, als es auf dem Papier aussieht. Das wird eine ganz schwierige Aufgabe für uns."
Doch mit den Ostwestfalen verbindet der TuS-Spielertrainer nicht ausschließlich Unangenehmes. Hepp pflegt mit Lemgos Trainer Nils Pfannenschmidt ein freundschaftliches Verhältnis, bei Trainerlehrgängen waren beide Zimmernachbarn. "Genau wie mit Norbert Bothe von den Panthern verstehe ich mich mit Nils sehr gut, wir tauschen uns oft aus", sagt Hepp.
Während der anstehenden 60 Spielminuten wird die Freundschaft indes ruhen. Schließlich benötigt der TuS im Kampf um die Spitzenplätze jeden Zähler. "Ich habe von Anfang an gesagt, dass der Meister in diesem Jahr 14 bis 16 Minuspunkte haben wird. Mittlerweile ist die Liga so eng beieinander, dass das zutreffen kann", sagt der TuS-Spielertrainer.
Die Wermelskirchener liegen – von den Minuspunkten betrachtet – zwar einen Punkt hinter dem OSC Rheinhausen. Allerdings beträgt der Vorsprung auf den Tabellendritten Eintracht Hagen zwei und auf den Vierten Schalksmühle/Halver sogar lediglich einen Punkt. Umso wichtiger ist es für die Wermelskirchener, nach dem 32:26-Derbyerfolg gegen die Panther unter der Woche, gegen die HSG nachzulegen.
Dafür müssen die Keeper allerdings wieder konstanter parieren und die Rückraumschützen effektiver treffen. Zuletzt wusste im Angriffsspiel lediglich die Achse Lars Hepp/Robert Heinrichs zu überzeugen. Personell gibt es bei den Gastgebern keine größeren Probleme. Lediglich Tim Zulauf hat sich über das Wochenende in den Kurzurlaub verabschiedet.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum