Rollhockey: Ein lauter Kumpeltyp
VON HENNING SCHLÜTER - zuletzt aktualisiert: 09.05.2009Marcell Wienberg, der neue Rollhockey-Trainer des Bundesligisten VfB 06/08 Remscheid, erhält viel Vorschusslorbeeren und will die Arbeit seines Vorgängers Marcus Franken nahtlos fortsetzen.
Die Verpackung verspricht joviale Gemütlichkeit. Doch die Fassade verbirgt Teil zwei der Inhaltsangabe: "Ich kann auch ganz schön laut werden", schmunzelt Marcell Wienberg, der neue Rollhockey-Trainer des VfB 06/08 Remscheid. Womit der bisherige "Co" des zurückgetretenen Marcus Franken gleich vorgibt, worauf sich seine Schützlinge künftig einzustellen haben: Auf einen Kumpeltyp, der sich aber keineswegs auf der Nase herumtanzen lassen wird.
Davon können auch die Mitarbeiter der Spedition Rögels berichten, bei der der 32-Jährige als Dispositions-Leiter arbeitet. Und auch die Nachwuchsspieler des VfB, die im Junioren-Team mit ihm gearbeitet haben. "Hart, aber gerecht" lautet der Ruf, der dem ehemaligen Torhüter vorauseilt.
Play-off-Rückspiele
Heute stehen die Rückspiele der Play-off-Halbfinals um die Deutsche Rollhockey-Meisterschaft auf dem Programm. In der letzten Woche unterlag VfB-Bezwinger RSC Cronenberg mit 2:3 gegen Germania Herringen. Die ERG Iserlohn setzte sich nach Penalty-Schießen mit 5:4 bei der RESG Walsum durch.
Ein Ruf, der vom Verein mit viel Wohlwollen und Vertrauen zurückgezahlt wird und am vergangenen Sonntag mit der Beförderung zum Cheftrainer entlohnt wurde. "Er hat unser volles Vertrauen", sagt Abteilungsleiter Gunther Brockmann. "Ich kenne keinen, der es besser machen könnte", findet Wienbergs Vorgänger Marcus Franken, der nun als Sportlicher Leiter arbeitet.
Dass die Wahl auf Wienberg fiel, war schon aus Gründen der Kontinuität naheliegend, hatte aber auch andere pragmatische Gründe. "Wir wollen keine Söldnertruppe sein", legt sich Brockmann fest, und Franken ergänzt: "Es gab auf dem Markt auch keine echte Alternative." Weder qualitativ, noch preislich.
Und so stürzt sich Wienberg in eine Aufgabe, auf die er hingearbeitet hat, die dann aber doch überraschend kam: "Ich wollte sicherlich nicht noch 30 Jahre Co-Trainer sein. Aber jetzt ging alles doch schneller, als geplant."
Die Personalentscheidung hat weitreichende Konsequenzen. Wienberg wird zwar weiterhin in Personalunion die VfB-Junioren betreuen, dafür gibt er aber das Regionalliga-Team ab. Somit muss für die "Zweite" ein neuer Coach gefunden werden, und auch ein "Co" für das Bundesliga-Team muss her. Franken: "Wir haben für beide Positionen Kandidaten im Auge, aber noch ist nichts perfekt."
Weitgehend klar ist dagegen, mit welchem Kader Wienberg künftig arbeitet. Nicht mehr dabei sind – wie berichtet – Thomas Wilk und der "verschollene" Fernando Picarra. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Verbleib von Torhüter Sebastian Wilk. Neuzugänge von außerhalb sind laut Gunther Brockmann "momentan nicht in Sicht", dafür steht gemäß dem Nachwuchskonzept "Agenda 2012" die eigene Jugend im Fokus. Marcus Franken: "Wir haben einige Talente im Jahrgang 1994, wie beispielsweise Max Richter, die wir langsam an die Bundesliga heranführen wollen."
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