Fußball: Endspiel für den FCR
VON HENNING SCHLÜTER - zuletzt aktualisiert: 29.05.2010Morgen entscheidet sich im Derby beim WSV II, ob der FC Remscheid ein Jahr nach dem Aufstieg in die Fußball-Niederrheinliga wieder absteigen muss.
Bratwurst oder Vier-Sterne-Menü? Für Hobbykoch Gerd Kentschke ist das ausnahmsweise keine Frage des Geschmacks. Vor dem finalen und alles entscheidenden Abstiegs-Endspiel beim Nachbarn Wuppertaler SV Borussia II (Sonntag, 15 Uhr, Am Gelben Sprung) sagt der Trainer des FC Remscheid: "Wir wollen drin bleiben und werden Gas geben."
Ob das in letzter Sekunde zum Klassenerhalt in der Niederrheinliga reicht, ist abhängig vom Ausgang des Nachbarschaftsduells zwischen dem 1. FC Viersen und dem SC Kapellen/Erft. Gewinnt Viersen, findet sich der FCR unweigerlich in der Landesliga wieder. Denn das Torverhältnis der punktgleichen Viersener ist um Längen besser.
Der FC Remscheid
. . . ist gerettet, wenn die Mannschaft in Wuppertal gewinnt und der punktgleiche 1. FC Viersen gegen Kapellen remis spielt oder verliert.
. . . steigt ab, wenn Viersen gewinnt. Ebenso geht es in die Landesliga, wenn FCR und FCV im Gleichschritt unentschieden spielen oder beide Teams verlieren.
Eine Frage der Nerven
"Ich vertraue darauf, dass meine Mannschaft alles gibt und dass es auch in Viersen mit rechten Dingen zugeht", sagt Kentschke. Man habe an letzten Spieltagen schließlich schon die tollsten Ergebnisse erlebt. "Entscheidend wird in jedem Fall sein, wer seine Nerven besser im Griff hat", glaubt der Remscheider Trainer.
Gegen den FCR spricht, dass die Mannschaft nach der Saison in weiten Teilen auseinanderbricht und der Zusammenhalt alles andere als vorbildlich ist – was sich vor Pfingsten beim Training in einer veritablen Auseinandersetzung niederschlug, die Kentschke sogar dazu veranlasste, die Einheit abzubrechen. Zudem hat das Team in diesem Jahr noch kein Spiel gewonnen.
Für den FCR spricht indes, dass laut Kentschke in dieser Woche "sehr ordentlich" trainiert wurde, dass mit Taner Kurmali ein routinierter Akteur seinen Muskelfaserriss auskuriert hat und dass nach dem Abstieg der "Ersten" des WSV die Fronten bei der "Zweiten" noch nicht abschließend geklärt sind. Wie zu hören war, wollen die Wuppertaler keine Akteure einsetzen, die den Klub verlassen werden, dafür aber auf A-Junioren zurückgreifen, die in die Bundesliga aufgestiegen sind.
Angstgegner Kapellen
Zudem könnte den Remscheidern in die Karten spielen, dass Kapellen der Angstgegner der Viersener ist: Seit beide Teams gemeinsam in der Niederrheinliga spielen, gab es in neun Begegnungen nur einen FC-Sieg (2006), dafür aber drei Unentschieden und fünf Niederlagen.
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