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"Extremist" aus Hückeswagen

VON JAN DOBRICK - zuletzt aktualisiert: 01.04.2010

Halbmarathon? Marathon? Ultramarathon? Michael Fleckner (41) treibt es auf die Spitze: Er startet Ostersonntag beim "Marathon des Sables", einem 250 Kilometer langen Sechs-Etappen-Rennen quer durch den marokkanischen Teil der Sahara. Seine Maßgabe lautet: Gesund ins Ziel kommen.

Unter anderem im Sand der holländischen Dünen probte Michael Fleckner den Ernstfall für die 250 Kilometer durch die marokkanische Sahara.  Foto: RPO
Unter anderem im Sand der holländischen Dünen probte Michael Fleckner den Ernstfall für die 250 Kilometer durch die marokkanische Sahara. Foto: RPO

Die Sonne brennt, Hubschrauber kreisen über der Sahara, im Sand quälen sich die Läufer. Für Michael Fleckner wird sein Traum vom "Marathon des Sables" nun Realität. Am Ostersonntag startet der Hückeswagener beim Etappenrennen quer durch den marokkanischen Teil der Sahara und ist voller Vorfreude: "Das Rennen wird eine große Herausforderung und eine großartige Erfahrung", erklärt der 41-Jährige, der sich gemeinsam mit rund 900 Läufern in das Wüsten-Abenteuer stürzt.

Auf die wagemutigen Extremsportler wartet eine Strecke von 250 Kilometern, verteilt auf sechs Tagesetappen. Pünktlich zum 25. Jubiläum der Veranstaltung wurde die Kilometerzahl großzügig aufgerundet. Für Fleckner kein Grund zur Sorge: "Ich bin gut vorbereitet und habe alles Notwendige dabei", gibt er sich kämpferisch.

Info

Für den guten Zweck

Mit seinem Lauf durch die Sahara unterstützt Michael Fleckner die "Aktion Kindertal". Das Projekt der kirchlichen Hilfswerke Caritas und Diakonie sowie der Stadtsparkasse in Wuppertal unterstützt Kinder und deren Familien aus schwierigen sozialen Verhältnissen. Sponsoren zahlen pro gelaufenen Kilometer mindestens einen Euro direkt an die "Aktion Kindertal". Zudem will Fleckner persönlich erhaltene Sponsorengelder nach Abzug seiner Kosten ebenfalls an das Projekt weiterleiten.

Elf Kilo auf dem Rücken

Die überlebenswichtige Ausrüstung ist dabei näher als man denkt – nämlich auf dem Rücken des Laufwunders. Knappe elf Kilogramm trägt er auf der Strecke mit sich herum. Darunter Essensvorräte und ein Schlangenbiss-Set: "Die giftige Hornviper sehe ich erst, wenn ich drauf trete", weiß Fleckner, der die Begegnung mit dem tödlichen Reptil am liebsten umgehen würde. Zwar ist das erfahrene Ärzte-Team vor Ort, das auch die "Rallye Dakar" begleitet, doch herausfordern will der Hückeswagener sein Schicksal nicht.

Darum hat er mit dem richtigen Training vorgesorgt: "Seit einem halben Jahr bereite ich mich gezielt auf das Abenteuer vor", verdeutlicht der Extremsportler, der im letzten Jahr unter anderem beim "Baltic Run" von Berlin nach Usedom (350 km in fünf Tagen) gestartet ist. Zu vergleichen sind die Läufe aber naturgemäß nicht.

Auch Trainingseinheiten in den holländischen Dünen spiegeln die Verhältnisse in der Sahara nur bedingt wider. "In Marokko erwarten mich extreme, unberechenbare Bedingungen" erläutert Fleckner, der mit Hitze, Sandstürmen und kalten Nächten zu kämpfen haben wird. Denn 50 Meter hohe Dünen und bis zu 50 Grad Außentemperatur sind nur das eine Extrem. Für die kalten Nächte in offenen Berberzelten hat der 41-Jährige eine warme Mütze im Gepäck, die ihm auch beim Training im Bergischen eine große Hilfe ist: Unter anderem nutzt der Küchenchef des "Landhaus Ewich" in Wuppertal die 33 Kilometer zur Arbeit als Trainingsstrecke. Sand und Geröll werden ihm dabei ebenso wenig begegnet sein, wie vertrocknete Salzseen, die er in der Sahara bewältigen muss.

90 Kilometer in 30 Stunden

Fleckner sieht das positiv: "Es ist möglicherweise sogar eine Wohltat, nicht dauernd über Sand laufen zu müssen", sagt der Hückeswagener, dessen größte Sorge blutig gelaufene Füße sind. "Das kann beispielsweise bei der dritten Etappe passieren", befürchtet er, denn dort müssen die Teilnehmer innerhalb von 30 Stunden knapp 90 Kilometer bewältigen.

Fast erholsam mutet die Schlussetappe an, die rund 25 Kilometer umfasst und als "Sprint-Etappe" geführt wird. "Sprinten wird dann aber wohl niemand mehr", sagt Fleckner mit einem Augenzwinkern: "Auf der letzten Etappe will ich nur noch gesund ins Ziel kommen."

Quelle: RP

 
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