Handball: Fehler-Orgie
VON HENNING SCHLÜTER - zuletzt aktualisiert: 12.02.2007Das Beste am Spiel der HGR-Damen gegen Aufsteiger TV Verl waren die zwei Punkte. Ansonsten bot der Regionalligist beim 24:21-Heimsieg gegen das Kellerkind eine Leistung zum Wegsehen.
Punkte einstecken, Mund abputzen, aber den Rest ganz schnell vergessen – auf den 24:21 (10:10)-Heimsieg gegen Kellerkind TV Verl dürfen sich die Regionalliga-Damen der HG Remscheid nichts einbilden. Nach einer der schwächsten Saison-Darbietungen bescherten lediglich individuelle Lichtblicke dem Team die beiden Zähler.
Mag sein, dass es Mannschaften gibt, die einem einfach nicht liegen. Mag auch sein, dass Verl in dieser Hinsicht auf der HGR-Hitliste ganz oben rangiert. Aber dass sich die Gastgeberinnen am Samstag (wie schon im Hinspiel, das ebenfalls 24:21 endete) mit dem Team aus Westfalen äußerst schwer taten, lag ausschließlich an eigenen Unzulänglichkeiten.
Von Beginn an agierte die HGR unerklärlich überhastet und unkonzentriert, produzierte im gesamten Spielverlauf stolze 26 Technische Fehler, zu denen sich auch noch 18 Fehlwürfe gesellten (darunter zwei Siebenmeter), und bot auch noch ein erschreckendes Überzahl-Spiel. Die Ursache für das Elend ausschließlich in der Offensive zu suchen, würde allerdings in die Irre führen, denn auch in der Deckung passte kaum etwas.
Zwar führte Remscheid trotz aller sich schon zu Beginn abzeichnenden Unzulänglichkeiten nach elf Minuten mit 5:2, doch danach brachte die HGR die biederen Gäste großzügig ins Spiel. Anteil daran hatte eben auch die 4:2-Deckung, die Verl ohne Not Freiräume schenkte und erst spät in eine (auch nicht viel bessere) 5:1-Variante abgeändert wurde. So drehte der Gast den Spieß um und lag nach 20 Minuten mit 7:5 vorne – die Partie war völlig offen.
Ähnlich lief die zweite Halbzeit: Beim 17:14 (45.) schien die HGR alle Trümpfe in der Hand zu haben, aber Verl steckte nicht auf, profitierte weiter von der Remscheider Fehler-Orgie und lag plötzlich selber mit 18:17 vorne (50.). Als Linksaußen Ricarda Kranz den Drittletzten gar in doppelter Unterzahl mit 20:19 in Führung brachte (55.), drohte der HG Remscheid eine vollständige Blamage. Aber dann sorgte die bis dahin ebenfalls nicht überzeugende Caro Fisch mit ihrer Routine und vier Toren in Folge für die endgültige Wende.
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