Handball: Handballer auf dem Prüfstand
VON MICHAEL IN'T ZANDT - zuletzt aktualisiert: 31.07.2010Die Spieler des TuS Wermelskirchen haben sich einer Leistungsdiagnostik unterzogen. Anhand der Ergebnisse werden für jeden Einzelnen spezielle Trainingsprogramme aufgestellt, die Verletzungen vorbeugen sollen
Im "Medifit" im Helios-Klinikum in Wuppertal geben sich die Sportler die Klinke in die Hand. Seit kurzem ist das Therapiezentrum Olympia-Stützpunkt für A- und B-Kaderathleten aus Nordrhein-Westfalen. Aber auch Handballklubs vertrauen auf die Fähigkeiten des Teams um Lutz Gerhards, Carsten Walonka und Gerry Palmer. Während die Zweitliga-Handballer des Bergischen HC sich schon seit drei Jahren regelmäßig Leistungstests unterziehen, feierten die Akteure Drittligisten des TuS Wermelskirchen am Donnerstag Premiere.
Bereits am frühen Morgen hatte das Medifit-Team seine Arbeit aufgenommen, um nach und nach die TuS-Spieler einer Leistungsdiagnostik zu unterziehen. Bis auf Dirk van Walsem und Lukas Tebbe (beide beruflich verhindert) sowie dem noch im Urlaub weilenden Christian Kratz wurden alle Akteure auf den Prüfstand gestellt. Nach Erfassen der Körperwerte überprüfte Physiotherapeut Carsten Walonka bei verschiedenen Übungen die Beweglichkeit, Stabilität sowie die Koordination und forschte nach den Schwächen der Muskulatur. Und da gab es bei den Wermelskirchener Akteuren einige Defizite.
TuS-Sieg in Münden
Das erste Spiel im Rahmen des Trainingslagers gewann der TuS Wermelskirchen gestern Abend bei der TG Münden (3. Liga Ost) mit 24:22 (13:10). "Das war ein sehr guter Test. Vor allem die Abwehr hat sich deutlich gesteigert", lobte Trainer Lars Hepp seine Mannschaft, die zuvor drei Trainingseinheiten absolviert hatte.
20 Minuten auf dem Laufband
Mächtig ins Schwitzen gerieten die Spieler beim dritten Test im Rahmen der Leistungsdiagnostik, der sogenannten Spirometrie auf dem Laufband. 20 Minuten lang wurde unter der Anleitung von Gerry Palmer erst schnell gegangen und dann konstant gelaufen mit einer Steigung von bis zu 14 Prozent.
Die Ergebnisse der Untersuchung dienen als Grundlage für die Ausarbeitung individueller Trainingsprogramme. "Wir zeigen Möglichkeiten auf, die jeden einzelnen Spieler weiterbringen", sagt Walonka. Im Vordergrund steht dabei die Vorbeugung von Verletzungen, die vor allem gegen Ende eines Spiels, wenn die Akteure müde werden, eintreten – beispielsweise Bänderverletzungen. "Die werden weniger", weiß der Physiotherapeut. Den zusätzlichen Aufwand für jeden Spieler beziffert der ehemalige Handballer auf etwa 90 Minuten pro Woche. Für den Sportlichen Leiter des TuS, Michael Stock, ist die Kooperation mit "Medifit" ein "weiterer Schritt in Richtung Professionalität".
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