Rollhockey: IGR verschenkt den Sieg
VON JAN DOBRICK - zuletzt aktualisiert: 13.02.2012Rollhockey (RP). Der Remscheider Rollhockey-Bundesligist führt vor eigenem Publikum gegen den Pokalsieger ERG Iserlohn mit 5:3 und verliert doch noch mit 5:7. IGR-Trainer Henning Becker: "Wir haben uns blöd angestellt."
Selten war die IGR Remscheid einem Sieg gegen die ERG Iserlohn so nah wie an diesem Spieltag: Mit 5:7 (3:2) unterlag der Rollhockey-Bundesligist zu Hause dem Pokalsieger. Bis zur 43. Minute, beim Stand von 5:3, sahen die Gastgeber wie der sichere Sieger aus. "Doch wir haben anscheinend Angst vorm Gewinnen", stellte Trainer Marcell Wienberg ernüchtert fest.
Die Halle Hackenberg glich nach dem Schlusspfiff einem Tollhaus: Während sich die IGR-Fans über das Schiedsrichtergespann beschwerten – und dabei zum Teil die Haltung verloren –, schmiss Co-Trainer Hennig Becker mit hochrotem Kopf sein Taktikbrett auf den Boden. Derweil ließen die Spieler die Köpfe so tief hängen, dass die Gesichtsfarbe nicht mehr zu erkennen war. "Wir haben uns blöd angestellt", ärgerte sich Becker. "Gegen so ein schwaches ERG-Team darf man nicht verlieren", ergänzte Keeper Moritz Kreidewolf.
Iserlohn vorne
Durch den Erfolg gegen die IGR hat Iserlohn die Tabellenspitze vom RSC Cronenberg übernommen. Die Wuppertaler verloren überraschend mit 3:4 gegen den RSC Darmstadt. Die Remscheider rangieren weiter auf Platz fünf.
Tatsächlich erwischten die Sauerländer einen schlechten Tag. "Zu Beginn haben wir völlig leidenschaftslos agiert", beklagte sich ERG-Coach Marc Berenbeck, der nach dem ersten Durchgang den Torwart wechselte (Patrick Glowka ersetzte Lukas Kost). Am Ende konnte Berenbeck aufatmen: "Schlecht gespielt, trotzdem gewonnen – das ist alles, was zählt."
Etwas Zählbares gab es zunächst für die IGR: Robin Selbach erzielte die Führung (7.), nachdem Kapitän Markus Wilk in den Anfangssekunden noch am Pfosten gescheitert war. Remscheid erspielte sich ein Chancenplus, brachte die Gäste aber mit Abspielfehlern wieder ins Spiel. Juniorennationalspieler Timon Henke traf zweimal für Iserlohn (15.; 23. per Penalty). Marcus Franken, Sportlicher Leiter der Remscheider, ärgerte sich über "unnötige Gegentore". Zwei Treffer durch Marcel Wiegershaus (15.) und Yannick Peinke (21.) reichten zumindest für die Pausenführung. "Wenn wir die heute nicht schlagen, dann nie", orakelte Franken.
Die Wienberg-Schützlinge kamen mit Schwung aus der Kabine. Robin Selbach erhöhte nach 40 Sekunden auf 4:2. Auf den Anschlusstreffer von Felix Bender (32.) reagierte er mit seinem dritten Tor (35.). Die IGR-Welt war noch in Ordnung, als Sergio Pereira nach Foul an Yannick Peinke "Blau" sah. Marcel Wiegershaus scheiterte aber mit dem direkten Freistoß an Glowka (36.). Doch die Gastgeber wurden trotz der Führung unsicher. Nach 39 Minuten hielt Kreidewolf noch einen Penalty von Henke, dann traf Pereira aus dem Feld (43.) und dreimal per "Direktem" (46., 47., 50.). "Eine gute Halbzeit reicht eben einfach nicht", klagte Marcel Wienberg.
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