Leichtathletik: Laufend durch die Welt
VON HENNING SCHLÜTER - zuletzt aktualisiert: 25.10.2011Leichtathletik (RP). Beim Röntgenlauf ist Peter Ickert Organisator für die langen Strecken. Der 50-Jährige ist selbst passionierter Läufer und erfüllte sich in diesem Jahr einen Herzenswunsch: Ein Cross-Lauf über 100 Kilometer in den Rocky Mountains am Little Big Horn.
Mit dem Mainstream hat er es nicht so. Wenn Peter Ickert Sport macht, dann richtig und am besten unter außergewöhnlichen Umständen. Wer wäre also als Organisator für die langen Strecken beim Röntgenlauf besser geeignet als der Mann aus Niederkrüchten am Niederrhein?
Ickert kann dabei nicht nur auf theoretisches Wissen zurückgreifen. Der Genießer, der bei seinen eigenen Ausdauer-Wettbewerben nach eigenem Bekunden auf Zeit und Ergebnis pfeift und stattdessen schon Mal eine Pause einlegt, um beispielsweise die schöne Landschaft zu genießen, ist schon auf vielen Erdteilen unterwegs gewesen.
Begegnung mit einem Grizzly
50 Wüsten-Kilometer
2010 bestritt Peter Ickert seinen 50. Ultralanglauf. Dabei lief er in 5.46 Stunden 50 Kilometer durch die Wüste Jordaniens. Auf der profilierten, völlig schattenfreien Strecke ging es von der Hauptstadt Amman, vorbei am Berg Nebo bis zum Toten Meer, dem tiefsten "trockenen" Punkt auf dem Planeten (396 Meter unter dem Meeresspiegel). Begrüßt wurde der Jubilar am Start vom jordanischen Prinzen Firas Bin Raad.
In diesem Jahr zum Beispiel in den USA. Im Bundesstaat Montana erfüllte er sich "einen echten Herzenswunsch", der schon lange im Wild-West-Romantiker schlummerte: Mit seinen inzwischen 50 Jahren startete er im Juni bei einem Cross-Lauf über 100 Kilometer in den Rocky Mountains, genauer: Am Little Big Horn, wo einst General Custer von einer Indianer-Armada um die Häuptlinge Sitting Bull und Crazy Horse vernichtend geschlagen wurde.
"Damit habe ich mir einen Traum erfüllt", sagt Ickert rückblickend. Für die Familie wird es aus Sorge wohl eher ein Alptraum gewesen sein, denn am Tag vor dem Rennen querte ein Grizzly-Bär Ickerts Weg. "Der war vielleicht zehn Meter von mir entfernt, aber passiert ist nichts", schildert er die Begegnung. Beim Rennen selber sah er von Bären nur deren Tatzen-Abdrücke, "lustigerweise in den Fußabdrücken der Läufer, die vor mir unterwegs waren."
Problematischer waren da schon die äußeren Anforderungen. "Wir mussten rund 3000 Höhenmeter überwinden", sagt Ickert – was sich auch in den Temperaturen niederschlug: "Die lagen zwischen 30 und minus zwei Grad."
Verpflegung durch Cowboys
In bester Erinnerung blieben Ickert auch die Verpflegungsstellen mitten in der Wildnis: "Die hatten echte Cowboys aufgebaut, die auf ihren Pferden dorthin geritten waren." Die Verpflegung war entsprechend: "Da wurde dann Speck überm offenen Feuer geröstet."
Insgesamt benötigte Ickert 19.26 Stunden für die Distanz. Eine Platzierung ist ihm nicht in Erinnerung geblieben: "Die ist auch nicht wichtig. Entscheidend war, dass ich angekommen bin und den Lauf genossen habe."
Beim Röntgenlauf ist der 50-Jährige ebenfalls mit von der Partie. Wie in jedem Jahr wird er am Start in Hackenberg im Laufdress stehen, aber auch mit Handys ausgerüstet sein. "Wenn organisatorisch alles gut klappt, laufe ich diesmal den Marathon. Wenn etwas dazwischen kommt, biege ich ab und kümmere darum", erklärt der Geschäftsführer des ausrichtenden Röntgen Sport Clubs.
Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum