Mini-Aufgebot mit Charakter zum Sieg
VON HENNING SCHLÜTER - zuletzt aktualisiert: 18.09.2006Unternehmensberatern wird das Herz aufgegangen sein. Den lebenden Beweis, dass sich auch mit (in diesem Fall unfreiwillig) wegrationalisiertem Personal Erfolge feiern lassen, lieferten am Samstag die Damen der HG Remscheid. Mit dem Mini-Aufgebot von nur sechs Feldspielerinnen angetreten, behielten die Schützlinge von Trainer Jörg Freund dennoch verdient und souverän mit 28:19 (12:7) gegen den TV Bruckhausen die Oberhand.
Damit war zu Beginn der Partie nicht unbedingt zu rechnen, denn da spielte der Gast gegen übernervöse Remscheiderinnen, bei denen neben zwei Keeperinnen nur die verletzten Katharina Ten Cate und Daniela Hannemann auf der Bank hockten, einen flotten Ball. Angesichts des bei den Gastgeberinnen eigentlich zu erwartenden Kräfte-einbruchs, schien sich beim frühen 3:1 für Bruckhausen Schlimmes anzubahnen (7.). Aber es kam ganz anders. Gestützt auf eine vor der Pause überragende Julia Huppertz im Tor und die treffsichere Anna Krajnik im linken Rückraum, kam die HGR immer besser in die Partie. Auch durch eine Daumenverletzung von Caro Fisch ließen sich die Gastgeberinnen nicht mehr aus der Bahn werfen, erzielten fünf Treffer in Folge (8:3; 16.) und legten damit den Grundstock für den Sieg.
Bemerkenswert war, dass im zweiten Durchgang der befürchtete Kräfteeinbruch ausblieb und die Mannschaft die Führung sogar noch ausbauen konnte. „Ein Produkt der im Grunde ja sehr guten Vorbereitung“, freute sich Trainer Jörg Freund, der auch die Einstellung lobte: „Die Mannschaft will immer alles geben. Es macht Spaß, mit ihr zu arbeiten.“
Apropos Spaß: Freude wird die HGR in Zukunft sicher noch mit Larissa Heyl haben. Zwar ist der ehemaligen Beyeröhderin physisch noch ein deutlicher Trainingsrückstand anzumerken. Handballerisch wird der Neuzugang aber nach dem Eindruck vom Samstag eine echte Verstärkung sein.
Übrigens: Am morgigen Dienstag wird ein weiterer potenzieller Neuzugang beim Training erwartet. Damen-Manager Heinz Weger ist optimistisch: „Wir hoffen, dass es mit einer Verpflichtung klappt, um unseren viel zu kleinen Kader weiter aufzuwerten.“
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