Fußball: Qualität und Disziplin
VON REGINA STEIN - zuletzt aktualisiert: 27.07.2010Nach vielen vergeblichen Anläufen schaffte der SC Ayyildiz Remscheid den ersehnten Aufstieg in die Bezirksliga. Spannend verlief der Abstiegskampf. Erst am letzten Spieltag fing der RSV 09 Hückeswagen den SSV Dhünn noch ab und sicherte sich den Klassenverbleib.
Was lange währt, wird endlich gut. Dieses geflügelte Wort trifft auf den SC Ayyildiz Remscheid zu, der nach einem Jahrzehnt vergeblicher Bemühungen den Meistertitel und damit den Sprung in die Bezirksliga schaffte. Endlich zahlten sich die Investitionen aus, mit denen das Team auf Erfolgskurs gebracht werden sollte. Endlich wurde die Mannschaft vor Saisonbeginn sinnvoll ergänzt, wobei die Qualität und nicht die Quantität der Neuzugänge im Vordergrund stand.
Trainer Zdenko Kosanovic achtete auf eine in der Kreisliga wohl einmalige Disziplin, verlangte volle Einsatzbereitschaft. Wer da nicht mitzog, fiel durch den Rost. Das musste auch der leistungsstarke Fatih Yamak erfahren, der in der Winterpause von Vatanspor Radevormwald als optimale Verstärkung geholt worden war. Nach "Eskapaden" kam für ihn das Aus – da kannte Kosanovic kein Pardon.
Trio an der Spitze
Lange Zeit bestimmte das Trio SC Ayyildiz, SSV Bergisch Born und 1. SpVg. Remscheid das Geschehen. Dieser Dreikampf zog sich über viele Monate hin. Nach der Hinrunde lagen die Teams lediglich zwei Punkte auseinander. Nach der Winterpause verabschiedete sich zunächst der SSV Bergisch Born aus dem Titelrennen, dann handelte sich die 1. SpVg. Remscheid völlig unnötige und auch unverständliche Punktverluste ein.
Nach einer guten Hinrunde (fünfbestes Team) ließ Türkiyemspor Remscheid stark nach (Rang zehn in der Rückrunden-Wertung). TuRa Remscheid-Süd (Sechster der Hinrunde, Dritter der Rückrunde) und der SC 08 Radevormwald (Siebter der Hinrunde, Vierter der Rückrunde) steigerten sich indessen erheblich. Einen eklatanten Einbruch erlebte der BV 10 Remscheid. Der Achte der Hinrunde wurde aufgrund personeller Engpässe lediglich 15. der Rückrunde.
TGH II setzt 50 Spieler ein
Spannend versprach nach der Saisonhalbzeit auch der Abstiegskampf zu werden. Bis auf Vatanspor Radevormwald und den unerwartet überforderten Neuling VfB Marathon 90 Remscheid mussten mehr als ein halbes Dutzend Mannschaften zittern. Der Hastener TV und der Dabringhausener TV erreichten das rettende Ufer einige Spieltage vor Saisonschluss. Die TG Hilgen II nutzte das schier unerschöpfliche Spielerreservoir. Trainer Nicolas Kramer setzte insgesamt 50 (!) Akteure ein und konnte im Kampf gegen den Abstieg auf Spieler zurückgreifen, die schon höherklassig agiert hatten. Erst am letzten Spieltag rettete sich der RSV 09 Hückeswagen. Im Jahr des 100-jährigen Bestehens konnte die hoffnungsvolle, junge Elf des SSV Dhünn noch abgefangen werden.
Froh sein durfte insbesondere die TuSpo aus Dahlhausen, dass sie noch einmal davonkam. Sie hatte glücklicherweise so viele Punkte gesammelt, dass sie in der Meisterschaftsendphase nicht mehr erfolgreich sein musste. Schon seit einigen Jahren kristallisiert sich eine "Mehrklassen-Gesellschaft" heraus. Sechs Mannschaften waren auch diesmal leistungsstärker als ein kleines Mittelfeld, das weder Ambitionen nach oben hatte noch in Abstiegsgefahr geriet. Ab Tabellenrang neun entschied oft die Tagesform.
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