Rumpfkader ertrotzt sich ein Remis
VON HENNING SCHLÜTER - zuletzt aktualisiert: 26.03.2007Bemerkenswert. Trotz heftigem Gegenwind aus unterschiedlichsten Richtungen ertrotzten sich die Regionalliga-Damen der HG Remscheid in eigener Halle gegen Bayer Leverkusen II wie schon im Hinspiel ein Remis. Diesmal erkämpfte sich der Rumpfkader (ohne Krajnik, Nückel, Ten Cate) ein 28:28 (16:18) gegen den Tabellenzweiten, der damit erst zum sechsten Mal in dieser Saison unter der 30-Tore-Marke gehalten werden konnte.
Besonderen Anteil daran hatte naturgemäß die gut funktionierende Deckung. Ein Prädikat, das um so wertvoller ist, weil Abwehrchefin Daniela Hannemann bereits nach 20 Minuten ihre zweite Zeitstrafe kassierte und fortan vorsorglich nur noch im Angriff eingesetzt wurde. Doch ihre Mitspielerinnen lösten die Aufgabe unter erschwerten Bedingungen mit Bravour. Wobei sich die Abwehr auch auf Torhüterin Denise Hock verlassen konnte, die eine starke Partie ablieferte und unter anderem einen Siebenmeter entschärfte.
Nachteilig für die Gastgeberinnen war indes, dass sie es mit zwei Unparteiischen zu tun hatten, die sich – vorsichtig formuliert – nicht nachsagen lassen wollten, heimlastig zu sein. Das manifestierte sich in vielen kuriosen Entscheidungen und auch im von ihnen mehrfach ausgesprochenen Verdacht der Schauspielerei gegen die HGR: „Unterlassen Sie jetzt sofort diese Theatralik!“
Doch die HGR nutzte die „Bühne Neuenkamp“ zu einer ganz anderen Demonstration. Titel des Stücks: „Über den Kampf zum Remis.“ Gegen die mit reichlich personellen Alternativen bestückten Gäste lag die HGR zwar meist zurück, ließ sich von den Bayer-Youngstern aber nie abschütteln. Die konnten zudem nur selten ihr gefürchtetes Tempospiel aufziehen und waren mit zunehmender Spielzeit gezwungen, ihr Heil aus dem Rückraum zu suchen. Ein gefundenes Fressen für die HGR, die sich auch von einem 24:27 (55.) nicht entmutigen ließ und kurz vor dem Ende per Siebenmeter durch Caro Fisch noch zum Punkt kam.
„Das war aller Ehren wert“, freute sich Trainer Jörg Freund hinterher, der neben Denis Hock diesmal Rebecca Vonhall und Nicole Münch ein Sonderlob aussprach.
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