Radsport: Sieg der richtigen Taktik
VON GERHARD PICK - zuletzt aktualisiert: 06.06.2011Bei "Rund in Lüttringhausen" setzt sich Daniel Westmattelmann im Hauptrennen durch, nachdem er seinem Mitausreißer Nils Plötner am letzten Anstieg davongefahren war. Insgesamt zählten die Organisatoren des RV Adler Lüttringhausen knapp 400 Fahrer in den sieben Rennen.
Daniel Westmattelmann vom Team "Eddy-Merckx-Indeland" hat beim traditionellen Radrennen "Rund in Lüttringhausen" des RV Adler Lüttringhausen das Hauptrennen (A/B-Klasse) gewonnen. Am Ende hatte er einen deutlichen Vorsprung vor Nils Plötner (Team Heizomat), mit dem er drei Runden vor Schluss den letzten, erfolgreichen Ausreißversuch gestartet hatte. Der Sieg Westmattelmanns war auch ein Erfolg der richtigen Taktik. Das bestätigt der Sieger, der nachträglich gemeldet hatte, nach schweißtreibender Fahrt bei schwülwarmen Temperaturen unmittelbar nach der Zielankunft.
Bereits in der ersten Runde eilte der spätere Sieger, unterstützt von seinem Teamkameraden Matthias Bertling, mit sechs weiteren Fahrern dem Hauptfeld davon und setzte am Ende vor dem langen schweren Anstieg zum Ziel zum erfolgreichen Spurt an. Dass er Berge und Anstiege nicht zu fürchten braucht, hat er im März noch in Malaysia bewiesen, als er zwischenzeitlich das Rote Bergtrikot trug. Nun zeigte er auf der anspruchsvollen bergischen Rundstrecke, dass er zu den ganz Starken zählt.
Die schwierige Strecke machte auch diesmal den Fahrern zu schaffen. Wegen der Hitze durften die Elite-Fahrer mit Getränken versorgt werden. Und den Junioren, die zeitgleich mit der A/B-Klasse die letzten Kilometer absolvierten, ersparte die Rennjury sogar eine komplette Runde. Hier lagen am Ende drei Niederländer vorn: An der Spitze Steven Lammertink, der seinen Vorjahreserfolg wiederholte. Andere internationale Fahrer, wie der Äthiopier Estifanos Gebreselassie, dessen Name an einen berühmten Marathonlauf-Star erinnert, mussten sich mit der Erfahrung begnügen, dass die Lüttringhausener Strecke auch aufgrund ihrer Länge von 121,6 Kilometern (zu) hohe Anforderungen stellt. Sie gaben vor der Zielankunft auf.
Knapp 400 Fahrer waren beim Adler-Rennen am Start, wobei die Jugend- und Schüler-Rennen eher schwach besetzt waren und bei den Mädchen U 13 Franziska Koch und Lea Teutenberg sogar als Duo fahren mussten. Aber auch sie zeigten große Leistungen, die mehr Resonanz verdient gehabt hätten. Doch die Zuschauerresonanz entsprach nicht dem, was beim einzigen Rennen im Bergischen geboten wurde. "Es fehlen die Lokalmatadore", bedauerte Adler-Senior Horst Lepperhof. Diesmal waren nur drei "Adler" am Start, wobei Fabian Marschall (U 13) nach einem Unfall Anfang des Jahres nun immerhin als Jüngster der Konkurrenz auf Platz 15 landete. Zeitgleich fuhren sein Vater Andreas und der ältere Bruder Dennis erfolgreich für das Team Mettmann in Aalen, wo die Strecke flacher ist und zumindest Dennis einen Sieg bescherte.
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