Handball: Spannung pur im Doppelpack
VON HENNING SCHLÜTER - zuletzt aktualisiert: 22.11.2006 - 12:42Feinschmecker mögen die Nase gerümpft haben, aber was die Regionalliga-Handballer der HG Remscheid am Samstag in Sachen Kampfgeist boten, war bemerkenswert: Die personell dezimierten Damen mussten sich erst in der Schlussphase Knetterheide-Schötmar beugen. Die Herren bogen gegen Schalksmühle ein 21:27 noch in ein Remis um.
„Partien gegen Knetterheide sind immer eng!“ Jörg Freund, Trainer der HGR-Damen, wusste mit seiner Prognose gar nicht, wie Recht er haben sollte. Was sich allerdings nicht nur auf den Spielausgang bezog: Bei der 29:31 (13:12)-Heimniederlage der Remscheiderinnen gegen das Wortungetüm aus Bad Salzuflen wurde es bei den Gastgeberinnen nicht zuletzt personell derart eng, dass Freund hinterher sinnierte: „Ich weiß gar nicht, mit wem wir nächste Woche in Königsborn antreten wollen.“
Ohne Sabine Nückel (spielte für Beyeröhde) und Denise Hock (beruflich verhindert), lieferte sich die HGR mit den ebenfalls nicht kompletten Gästen zunächst einen fahrigen, aber immerhin offenen Schlagabtausch. Neben einer einmal mehr löchrigen Deckung fiel beim Freund-Team diesmal besonders eine unterdurchschnittliche Trefferquote von kaum 50 Prozent auf. Und doch: Angetrieben von einer intakten Moral ging das Team kurz vor der Pause erstmals in Führung.
HGR – Schalksm. 29:29 HGR – SG 29:31
Remscheid: Formella, Täubner – Nawroth (7/1), Munkel (6/1), Niese (4/1), Hattig (4/1), Zarnekow (3), Wieber (2), Steinhoff (1), Jansen (1), Schwamberger (1), Horn; Liebsch, Uibel (beide n. e.).
HGR: Lucas, Huppertz (n. e.) – Fisch (12/5), Lutter (6), Heil (3), Offermann (2), Ten Cate (2), Krajnik (2), Hannemann (1), Vonhall (1).
Nach dem Seitenwechsel lag die HGR, bei der Marit Lucas im Tor eine bis dahin ordentliche Vorstellung gab, sogar 14:12 vorne, ehe das Unheil seinen Lauf nahm. Zunächst schied nach 33 Minuten Rebecca Vonhall aus, die sich bei einer Abwehraktion den Fuß umgeknickt hatte. Keine Minute später erwischte es Daniela Hannemann: Nachdem sie sich vor der Pause schon eine blutende Lippe eingehandelt hatte, machte ihr Auge nun Bekanntschaft mit dem Fingernagel von SG-Spielmacherin Uzunlar. Folge: Mit Hannemann fehlte fortan eine weitere tragende Säule des HGR-Spiels.
Doch die Remscheiderinnen gaben sich nicht auf, verdauten sogar zwei Gegentreffer bei eigener 6:4-Überzahl und blieben bis zum 27:27 auf Tuchfühlung. Erst dann – Caro Fisch hatte bereits Wadenkrämpfe und in höchster Not kam sogar „Knie-Fall“ Anna Krajnik mehr humpelnd als laufend auf die Linksaußen-Position – holte Knetterheide in Gestalt der erfahrenen Linkshänderin Lena Kampmann-Savchenkova zum entscheidenden Schlag aus und baute seine Serie auf 13:1 Zähler aus.
„Bitter für uns“, klagte Freund, dem neben der Personalnot auch die Konzentrationsfähigkeit einiger Spielerinnen missfiel: „Wenn wir den Kampf von Anfang an annehmen, ist die Niederlage zu vermeiden. Mir ist unverständlich, dass die Mannschaft so nachlässig die Begegnung begonnen hat. Vor der später gezeigten Einstellung ziehe ich trotzdem den Hut.“
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