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Tennis: Stipendium in Spanien

VON NIKLAS FRIELINGSDORF - zuletzt aktualisiert: 07.11.2008

Die Remscheider Nachwuchs-Spielerin Dorothea Reiß ist ihrem Traum ein großes Stück näher gekommen. Die 13-Jährige will in absehbarer Zeit ihr Leben in die Tennis-Akademie von Juan-Carlos Ferrero verlegen.

Gemischtes Doppel: Trainer Marc Wäschle und Nachwuchs-Talent Dorothea Reiß schmieden an der Karriere der 13-jährigen Remscheiderin.  Foto: RPO
Gemischtes Doppel: Trainer Marc Wäschle und Nachwuchs-Talent Dorothea Reiß schmieden an der Karriere der 13-jährigen Remscheiderin. Foto: RPO

Maria Sharapova, Justin Henin oder Juan-Carlos Ferrero. Fallen die Namen dieser Weltklasse-Tennisprofis, leuchten die Augen von Dorothea Reiß. Schließlich ist es der Traum der 13-Jährigen Remscheiderin, eines Tages zumindest Deutsche Meisterin zu werden und sich unter den Top 300 der WTA-Weltrangliste zu etablieren.

Doch beim Träumen allein belässt es die Schülerin der Sophie-Scholl-Gesamtschule nicht. Im Gegenteil: Tennis nimmt abseits der Schule an sechs von sieben Tagen der Woche einen wichtigen Stellenwert ein. Zu den „normalen“ 60- bis 90-minütigen Trainingseinheiten und Turnierteilnahmen kommen auch noch Kickbox- und Fitnessstudio-Einheiten hinzu. „Um Dorothea einen noch höheren und kompletteren Fitnessstand zu verschaffen“, wie ihr Trainer beim Tennis-Verein SC Rot-Weiß Remscheid, Marc Wäschle, erklärt.

Lohn der Mühen

Nach einigen erfolgreichen Turnier-Teilnahmen auf DTB-Ebene setzte Reiß mit der Teilnahme an der Talent-Sichtungswoche der Tennis-Academy des ehemaligen Weltranglisten-Ersten Juan-Carlos Ferrero im spanischen Alicante ein weiteres Ausrufezeichen (wir berichteten). Als jüngste und einzige deutsche Teilnehmerin im ganzen Feld quälte sich das Talent durch die sieben Tage mit bis zu acht Stunden Training täglich. „Am dritten Tag hatte ich schon einen ganz schönen Muskelkater und ich war ziemlich kaputt“, schmunzelt Reiß. Rückblickend nahm sie das aber gern in Kauf. Schließlich qualifizierte sie sich doch auf diese Weise für einen Stipendiumsplatz an der größten Tennis-Academy Europas.

„Dort werden aussichtsreiche Talente ausgebildet und auf den Profibereich vorbereitet. Es ist eine einmalige Chance für Dorothea“, erklärt ihr Coach Marc Wäschle, der momentan gemeinsam mit den Eltern versucht, die Tennis-Karriere mit der schulischen Laufbahn in Einklang zu bringen.

Bevor Reiß 2009 das Stipendium wahrnehmen kann, wird sie zunächst viermal eineinhalb Monate nach Alicante fliegen und dort ein Teilzeit-Stipendium beginnen. „Dem schließt sich dann das zweijährige Stipendium an. Denn dafür muss Dorothea erstmal 14 Jahre alt werden“, so Wäschle. Reiß selbst wird dieses Halbjahr an ihrer Schule beenden und dann „zu 99,9 Prozent“ in Spanien ihre schulische Laufbahn in der Tennis-Academy fortsetzen.

Angst vor diesem Schritt hat die 13-Jährige nicht: „Ich freu’ mich darauf.“ Auch das harte Training schockt sie nicht: „Ich hatte eher Probleme mit dem Essen. Das hat nicht so geschmeckt.“ Aber das mussten dort schon andere erdulden. Zum Beispiel die russische Tennis-Ikone Maria Sharapova.

Quelle: RP

 
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