Handball: Trio zieht in den DHB-Pokal ein
VON NIKLAS FRIELINGSDORF UND HENNING SCHLÜTER - zuletzt aktualisiert: 03.03.2008Am Samstag legten die Damen der TG Hilgen in Überruhr in der letzten Runde auf WHV-Ebene vor, gestern zogen die Oberliga-Herren der HG Remscheid und des TuS Niederwermelskirchen jeweils gegen Regionalliga-Mannschaften nach: So viele Vertreter aus der Region übersprangen bisher noch nie die westdeutsche Pokal-Hürde.
HG Remscheid – TuS Opladen 33:31 (14:14) – Völlig verdient haben sich die HGR-Herren gegen das klassenhöhere Regionalliga-Team aus Opladen für die erste Pokalrunde auf DHB-Ebene qualifiziert. Die Gastgeber riefen eine ihrer konstantesten Leistungen dieser Spielzeit ab, ließen nie den Klassenunterschied spürbar werden und dürfen nun auf ein attraktives Los hoffen.
Was immer der Anreiz für die im Vergleich zur Vorwoche (Derby-Pleite gegen Niederwermelskirchen) eklatante Leistungssteigerung gewesen sein mag: Es hat gefruchtet. Kämpferisch stark präsentierten sich die Hausherren, zudem spielerisch und taktisch deutlich verbessert. Beides ablesbar auch an Personen: Regisseur Markus Breuer lieferte eine bärenstarke Partie ab und sprühte nur so vor Spielfreude, ohne aber zu „überdrehen“. Davon profitierte nicht zuletzt Kreisläufer André Kurzbach (will sich Mitte der Woche entscheiden, ob er bleibt), der ebenso stark auftrumpfte und bei acht Treffern nur einen Fehlversuch verbuchte. Und schließlich gefielen mit guten Quoten auch Rechtsaußen Goran Gavrilovic und Torhüter Nijaz Boskailo (19 Paraden).
Dass die Gäste mit einer Unzahl technischer Fehler und unter anderem zwei haarsträubend fahrlässig vergebenen Siebenmeter ihren Teil zum Ausscheiden beitrugen, schmälert den HGR-Erfolg nicht. Denn durchweg bestimmten die Remscheider das Geschehen, lagen fast immer vorne, ließen sich auch nicht durch teils kuriose Entscheidungen der Unparteiischen aus der Bahn werfen und spielten diszipliniert ihren Stiefel herunter. Das führte nach 46 Minuten zu einem 28:21-Vorsprung, ehe ein kleiner Durchhänger folgte und Opladen noch einmal auf 29:31 heran kam (57.). Doch das 32:29 von Kurzbach, der auch noch drei Siebenmeter herausholte, und eine „Zwei-plus-zwei“-Zeitstrafe gegen den meckernden Jean-Francois Voigt sorgten schließlich für klare Verhältnisse in der mäßig besuchten Halle in Lüttringhausen.
Übrigens: Am Rande der Partie verhandelte HGR-Vorsitzender Ralf Hesse auf der Tribüne mit Boban Koljkovic (HSG Radevormwald/Herbeck). Vermeldenswerte Einigkeit wurde aber (noch) nicht erzielt.
HGR-Tore: Kurzbach (8), Lange (6/2), Breuer (5), Zarnekow, Gavrilovic (je 4), Klatt, Bredehorst (je 3).
TuS Niederwermelskirchen – Longericher SC 34:20 (14:12) – „Ein Vergleich mit Zweitligist Bergischer HC wäre sicherlich schön.“ Diesen Wunsch ließ sich TuS-Trainer René Witte nach der zeitweiligen Galavorstellung gegen die klassenhöheren Longericher und dem Einzug in die erste Runde des DHB-Pokals entlocken. Nicht ganz konform ging der Tenter Erfolgscoach da mit der Meinung von Manager Klaus Fischbach: „Ich würde mir ein Derby gegen Remscheid oder Leichlingen wünschen. Aber letztlich ist es egal. Hauptsache ist, wir haben es geschafft.“
Dass nun derart fromme Wünsche aus dem Lager des Oberliga-Tabellenführers geäußert werden können, dafür sorgten die Aktiven vor allem im zweiten Spielabschnitt. Leistete das Gäste-Rumpfteam, das ohne die Ferber-Brüder sowie Keeper Daniel Braun auskommen musste (alle im Skiurlaub), im ersten Durchgang noch zähen Widerstand, kam der „TuS-Express“ nach dem Wiederanpfiff ins Rollen: Von der 14:12-Pausenführung zogen die Gastgeber, gestützt auf einen überragenden Ilja Fuchs im Kasten (24 Paraden, davon vier Siebenmeter) innerhalb von vier Minuten auf 18:12 davon. Viel Gegenwehr kam vom Regionalligisten, der insgesamt sechs Strafwürfe zum Teil kläglich vergab, danach dann nicht mehr.
Auch nach der Pokalbegegnung gab es einige Neuigkeiten beim designierten Regionalliga-Aufsteiger: Während Kreisläufer Marcus Mangold nach der Saison seine Karriere aus zeitlichen Gründen beendet, wird wohl auch Daniel Funk den Verein verlassen: „Es ist zwar noch nichts entschieden, aber die Tendenz geht dahin“, sagt der Spieler. Dass Routinier Guido Masmeier als Standby-Spieler mit in die kommende Spielzeit geht, ist – laut Fischbach – nicht ausgeschlossen: „Die Siebenmeter macht er ja immer noch sicher rein.“ Über das Interesse der SG Solingen BHC II an TuS-Youngster Alexander Jentzsch ist der TuS-Manager auch informiert: „Alex hat sich mit der SG unterhalten. Das ist ja nicht schlimm. Er hat aber noch ein Jahr Vertrag bei uns.“
TuS-Tore: Niegetiet, de la Fuente (je 7), Neuenhofen (4), Funk (3), Masmeier (3/3), Dvoroznak, Grugel, Reinacher (je 2), Trufan (2/1), Göhre (1), Jentzsch (1/1).
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