Wermelskirchen: 1032 Euro Strafe für Imbiss
VON GUNDHILD TILLMANNS - zuletzt aktualisiert: 12.08.2008Wermelskirchen (RPO). Anke und Dirk Leithäuser sind stocksauer: Weil sie Tische und Stühle vor ihren Imbisswagen gestellt haben, sollen sie einen ganzen Wochenverdienst zahlen. Sie wollen im Rathaus Einspruch einlegen – vor laufender Kamera.
Eine fette Strafe nicht etwa wegen zu fetter Curry-Würste haben die Wermelskirchen-Auswanderer Anke und Dirk Leithäuser jetzt von den italienischen Ordnungshütern aufgebrummt bekommen: „Hasi“ und „Didi“ müssen 1032 Euro berappen, weil sie Tische und Stühle vor ihren Imbiss-Wagen gestellt haben: „Das ist ein ganzer Wochenverdienst, und Schikane ist es noch dazu“, schimpfte Anke Leithäuser gestern am BM-Telefon.
„Wir haben uns nämlich von einem italienischen Imbiss-Wagen-Besitzer, der auch Tische und Stühle herausstellt, dessen Lizenz zeigen lassen. Und der hat genau die gleiche Lizenz wie wir, muss aber keine Strafe zahlen“, berichtet Anke Leithäuser. Doch so einfach kritiklos wollen die Leithäusers die Geldbuße nicht hinnehmen. Deshalb planten „Hasi“ und „Didi“ gestern den Sturm aufs Rathaus, um Einspruch gegen die Strafe einzulegen.
„Der sah aus wie Walter Giller“
„Wir gehen erst mal alleine, und wenn die uns nicht entgegen kommen, dann bringen wir eben das Fernsehen mit“, kündigt Anke Leithäuser an. Denn für gestern hatte sich das Vox-Team wieder zu neuen Dreharbeiten bei den Leithäusers angesagt. Bis Donnerstag wird für eine neue Folge „Goodbye Deutschland“ gedreht. Aus taktischen Gründen werden „Hasi“ und „Didi“ im Rathaus aber nicht ausplaudern, welcher Vergleich sich ihnen sofort nahelegte, als sie die Kontrolleure ganz inkognito in kurzer Hosen und mit neckischem Hütchen an ihrem Imbiss-Paradies gewahr wurden: „Einer von den Beiden sah original wie Walter Giller in den alten Italien-Filmen aus“, mokierte sich „Hasi“. Und „Didi“ fügte hinzu: „Der Kontrolleur war nur nicht so lustig wie Walter Giller.“ Fürs Vox-Team haben sich die Leithäusers diesmal übrigens ihr eigenes Drehbuch geschrieben: „Aus leidvoller Erfahrung, weil die uns sonst die ganze Zeit nur vom Arbeiten abhalten“, verrät Anke Leithäuser. Deshalb sei mit den Fernsehleuten auch gleich vereinbart worden, dass sie diesmal den Verdienstausfall für einen freien Nachmittag übernehmen: „Dann können wir endlich mal mit dem Motorrad in die Berge fahren. Dazu kommen wir sonst nämlich bei all’ der Arbeit nicht“, berichtet Anke Leithäuser.
Über mangelnden Andrang am Imbiss-Paradies können sich die Auswanderer übrigens auch weiterhin nicht beklagen: „Im Moment sind noch die Holländer da, dann kommen die Bayern. Und für die Bayern müssen wir unsere Speisekarte noch mal übersetzen“, scherzt Anke Leithäuser.
Die Italiener feiern
Auf besonders gute Umsätze hoffen sie Leithäusers auch wegen des Feiertages Mariä Himmelfahrt, der in Italien nicht nur am Freitag, sondern eine ganze Woche lang gefeiert wird. „Da sind alle Läden und auch viele Restaurants in Italien geschlossen. Aber wir haben geöffnet“, betont Anke Leithäuser.
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