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Wermelskirchen: A1: Videokameras sollen Staus beobachten

VON UDO TEIFEL - zuletzt aktualisiert: 16.04.2009

Wermelskirchen (RPO). Ein deutschlandweit einmaliges Pilotprojekt wird jetzt am Institut für Straßenwesen der RWTH Aachen vorbereitet: Noch vor den Sommerferien sollen 30 Videokameras an der Baustelle der Autobahn 1 zwischen Wermelskirchen und Raststätte Remscheid aufgestellt werden. Die Aachener Wissenschaftler wollen damit Ursachenforschung betreiben, wieso es zu Staus auf den verengten Fahrbahnen der Autobahn-Baustellen kommt.

Foto: Nico Hertgen

Noch in dieser Woche sollen, so der Institutsleiter Prof. Dr.-Ing. Bernhard Steinauer, die Kamera-Standorte festgelegt werden: "Ich rechne damit, dass im Juni, spätestens im Juli mit der Aufzeichnung des Verkehrs begonnen wird." Die aktuellen Bilder laufen in der Verkehrszentrale des Landes NRW auf, wo dann sofort bei Staus reagiert werden kann. "Wir wollen noch vor dem Winter mit der Beobachtung fertig sein, um die Staubildung zu erforschen", so der Institutsleiter. Ziel sei, dem Bauherrn eine Empfehlung zu geben, wie Baustellen eingerichtet werden sollen, damit die Staus weniger werden.

Minister angeschrieben

Der Lehrstuhlinhaber für den Bereich Straßenwesen, Erd- und Tunnelbau gab den Anstoß für dieses Pilotprojekt. "Wir werden durch immer mehr Schwerlastverkehr auch in den Autobahn-Baustellen belastet. Wiederholt habe den Verkehrsministern geschrieben und sie aufgefordert, etwas zu tun, um die Staus zu verringern." Daraufhin habe letztlich das Land die Initiative ergriffen – "nach dem Motto: Wer meckert, soll auch Vorschläge unterbreiten, dies zu verbessern", lacht der Universitätsprofessor. "Wir werden nun im nächsten Dreivierteljahr die Zusammenhänge der Staubildung – Unfall, liegen gebliebene Fahrzeuge oder nur die Angst, breitere Lastwagen links zu überholen – untersuchen."

Während der Forschungsphase können die Mitarbeiter der Verkehrsleitstelle auch schnell reagieren, wenn sie einen Unfall beobachten oder ein Fahrzeug liegen geblieben ist. "Wir werten anschließend die Bänder aus mit dem Ziel, dass Autofahrer sagen, es ist besser geworden mit den Staus." Er könne sich vorstellen, dass eine Empfehlung sein könnte, "intelligente" Kameras zu installieren, die Störanfälle auf der Autobahn-Baustelle durch ein spezielles Computersystem automatisch dem Operator melden – und der viel schneller als heute eingreifen kann – indem er Pannenhelfer oder Rettungskräfte schickt. Um so die Staus schneller aufzulösen.

Quelle: RP

 
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