Wermelskirchen: Abschied vom Klettergarten
VON UDO TEIFEL - zuletzt aktualisiert: 29.12.2009Wermelskirchen (RPO). Hunderte von Unterschriften für den Erhalt des Klettergartens in Zurmühle helfen nicht: Am 31. Dezember 2009 werden die Seile abgebaut. Bürgermeister: Es geht hier nicht um Wünsche, sondern um Recht und Gesetz.
Nicht alle Wünsche sind erfüllbar. Damit müssen vor allem die Freunde des Grünen Klettergartens in Zurmühle leben. Viele Bürger nutzten die Wunschzettel-Aktion der Bergischen Morgenpost, um für den Erhalt zu plädieren. Sven Schneider (15) gehörte zu den jüngsten Lesern der BM. "Ich bin Nachbar des Klettergartens. Die Leute sind einfach nett. Und hier ist ja nicht viel los für uns Jugendliche." Es sei auch schade, wenn die Arbeitsplätze verloren gingen.
Der Jugendliche aus Zurmühle verstehe auch nicht, dass die anderen Nachbarn etwas dagegen hätten. Seine Mutter Ute Schneider schließt sich an. "Wir wollten uns ja eigentlich raushalten. Es gibt sicher Nachbarn, die fühlen sich gestört. Andere aber wiederum nicht." Inzwischen würden schon viele "Lügengeschichten" erzählt. Sie selbst habe schon eine Petition an den Kreis geschickt, die aber habe nicht geholfen.
Streit schaukelte sich hoch
Bürgermeister Eric Weik betonte gestern, dass der Klettergarten zum 31. Dezember 2009 geschlossen werde. "Hier geht es nicht um Wünsche. Wobei ich alle verstehen kann. Aber wir müssen Recht und Gesetz vertreten." Und die Rechtsprechung sei eindeutig.
Die Verwaltungsführung habe von Anfang an klargestellt, dass sie den Klettergarten für eine Bereicherung halte. "Wir haben auch immer versucht, trotz der Schwierigkeiten mit Frau Ehlis, den Klettergarten zu erhalten." Aber der Klettergarten sei von Anfang an illegal. "Wir haben uns bemüht, ihn zu legalisieren. Aber im Laufe des komplizierten Verfahrens haben wir erfahren müssen, dass an dieser Stelle nichts zu legalisieren ist."
Wichtig wäre gewesen, dass sich die Betreiberin mit den Anwohnern geeinigt hätte: "Ein Einvernehmen wäre eine wichtige Voraussetzung für die Legalisierung geworden. Das ist aber nicht erfolgt. Stattdessen hat sich der Streit immer mehr hochgeschaukelt." Den betroffenen Anwohnern könne das nicht mehr länger zugemutet werden.
Auch Sabine Voigt aus Unterpohlhausen bedauert die Schließung. "Das waren sehr nette Nachbarn. Kinder und Erwachsene hatten dort viel Spaß." Ein Klettergarten sei eine tolle Idee, "es ist schade, dass es nicht zu einer Lösung gekommen" sei. Sie wolle aber keine Schuldzuweisung machen.
Auf der Homepage des Grünen Klettergartens verabschiedet sich die Betreiberin quasi schon vom Standort Wermelskirchen: Sie weist auf Hückeswagen hin, wo ihr neuer Klettergarten bald im Brunsbachtal entstehen werde. Sie selbst ist derzeit nicht erreichbar.
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