Wermelskirchen: Altersvorsorge auf dem Dach
VON BIRTHE ROSENAU - zuletzt aktualisiert: 16.07.2009Wermelskirchen (RPO). Um die Rente aufzubessern, hat sich Bernd Berkey eine Solaranlage gebaut. Noch arbeitet er für die Firma Laue, die sich auf diese Technik spezialisiert hat. Ein zukunftsträchtiger Zweig, weiß der neue Geschäftsführer Thiering.
Die Idee klingt ungewöhnlich, doch tatsächlich hat die Firma Laue im Dabringhausener Industriegebiet Großfeld einige Kunden, die es genauso machen wie Bernd Berkey. Der Mitarbeiter der Elektrotechnik GmbH hat sich eine Photovoltaikanlage auf sein Hausdach gebaut, um im Alter neben der Rente eine zusätzliche Einnahmequelle zu haben. Mit rund 150 Euro pro Monat rechnet er in zwölf Jahren, dann etwa hat sich eine solche Solaranlage amortisiert (siehe Info).
Viele investieren gerade jetzt
Das Geschäft mit der Sonne läuft trotz Wirtschafts- und Finanzkrise gut, berichtet der neue Geschäftsführer der Firma Laue, Frank Thiering. "Gerade jetzt investieren viele lieber in eine Photovoltaikanlage, statt das Geld zur Bank zu bringen", ergänzt Berkey. Seit dem Tod von Bernd Laue, dem Sohn des Firmengründers Friedrich-Karl Laue, vor vier Jahren, hat Berkey die Geschäfte übergangsweise geleitet. "Nun sind wir sehr froh, dass wir mit Frank Thiering die Firma in dritter Generation fortführen können", sagt Berkey. Neben den beiden gehört noch Mehmet Balci zum Team sowie Cornelia Laue, Witwe von Bernd Laue.
Berkeys Anlage
Größe 42 Quadratmeter mit einer Leistung von 4 kWp
Kosten etwa 400 Euro pro kW, je nach Beschaffenheit des Daches können die Kosten variieren.
Finanzierung ein über zwölf Jahre laufender Kredit
Umwelt Mit dem Strom, den seine Anlage erzeugt, spart er etwa 2,26 Tonnen CO2 ein.
Rente Nach etwa zwölf Jahren kann Berkey nach seinen Berechnungen 150 Euro monatlich einnehmen, dann hat sich die Anlage amortisiert.
Nach außen ändere sich bei der Elektrotechnik-Firma nichts, versichern die Mitarbeiter. Auch Thiering ist für die Kunden kein Unbekannter. Der 31-Jährige arbeitet seit seiner Meisterprüfung im Betrieb.
Etwa 1000 kWp (Kilowatt peak, die Spitzenleistung in Kilowatt) Photovoltaiksysteme hat Laue bereits verkauft – und das im nicht immer sonnigen Bergischen Land. Der größte Kunde war 2004 der Reiterhof Gut Luchtenberg. Auf einer Gesamtfläche von knapp 400 Quadratmetern wurden fast 300 Module, so heißen die einzelnen Platten, installiert. Aber es gibt auch viele kleinere Kunden. "Generell lohnt sich eine solche Anlage ab zwei kWp auf 18 Quadratmetern Dachfläche", erklärt Thiering. Mit rund 8000 Euro Nettopreis muss der Hausbesitzer dann schon rechnen.
Attraktiv macht die Investition jedoch die hohe Einspeisevergütung für Solarstrom: Durch den Vertrag mit dem örtlichen Energieversorger gibt es auf 20 Jahre garantiert 43,01 Cent pro Kilowattstunde, sagt Berkey. Den eigenen Strom könne der Anlagen-Besitzer hingegen für knapp 20 Cent einkaufen. Einmal auf dem Dach installiert, verursache die Anlage auch keine weiteren Kosten, versichert Thiering. Jedoch rät er dazu, mit der Versicherung abzusprechen, ob diese eventuelle Unwetterschäden abdeckt. Normaler Niederschlag, auch Hagel, könne der Anlage jedoch nichts anhaben. Und auch der Blütenstaub wasche sich von alleine ab.
Bei der Berechnung des Ertrags einer Photovoltaikanlage in Wermelskirchen geht die Firma Laue übrigens von 830 Sonnenstunden pro Jahr aus. "Wir freuen uns dann mit unseren Kunden, wenn sie hinterher mehr auf dem Zähler haben", sagt Thiering. Um möglichst hohe Erträge zu haben, muss die Anlage möglichst südlich ausgerichtet sein und schattenfrei liegen. Möglich sei die Installation jedoch auf fast allen Arten von Dächern – vorausgesetzt, dieses ist intakt.
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