Wermelskirchen: Attraktiver gestalten
VON JANINA LENZ - zuletzt aktualisiert: 27.01.2007Wermelskirchen (RPO). Freitags, auf dem Wochenmarkt, gibt es immer wieder größere Lücken. Marktbeschicker klagen über Kundenrückgang. Aber auch die Kunden wünschen sich eine Verbesserung der Wochenmarktsituation.
„Dass der Markt immer leerer wird, sieht man doch direkt“, so Franz Müller mit einem Fingerzeig über den Loches-Platz. Der Platz ist leer, einige dem eisigen Wetter trotzende Kunden eilen in ihre Mäntel eingehüllt über den Wochenmarkt, um schnell einige Einkäufe zu erledigen. Die Frage, ob die Einkaufflaute nur am jetzt doch eingetroffenen Winter liegt, spaltet die Gemüter. „Meiner Meinung nach ist das alles temperaturbedingt. Im Frühjahr wird es bestimmt wieder besser. Allerdings müsste die Stadt deutlich mehr Händler werben“, so Roland Stuhlmann von der gleichnamigen Gärtnerei.
Dieser Ansicht ist auch Dietrich Lapp. Man sehe viele bekannte Gesichter, könne aber nicht ansprechend plaudern. „Es fehlen Sitzgelegenheiten und dazu könnten auch kleine Snacks und Getränke angeboten werden“, so Lapp.
Geregelter Stamm
„Wir haben in diesem Jahr 20 regelmäßige Beschicker“, weiß Paul Engelbracht zu berichten, „es hat im Vergleich zum vergangenen Jahr nur eine Biohändlerin aufgegeben.“ Zum Wochenmarkt-Stamm gehören neben Obst, Gemüse und Brot auch Fleisch und Fisch. „Hinzu kommen natürlich auch immer neue Beschicker, die sich oft erst am Markttag anmelden“, so Engelbracht.
Stadt muss aktiv werden
Die „unmögliche Parksituation“ beschäftigt alle Beteiligten. Die wenigen Stellplätze auf dem unteren Teil des Loches-Platzes würden nicht ausreichen. Es werde sogar bis zur Jörgensgasse hin geparkt, um dann den ganzen Weg mit vollgepackten Tüten wieder zurückzulaufen. „Ich persönlich finde den Markt mittlerweile sehr unattraktiv“, gibt Susanne Simon zu verstehen und erklärt weiter, „man kann sich aber auch nicht mehr auf die einzelnen Stände verlassen. Mal sind sie da und dann wieder nicht.“ Brigitte Neu von Obst und Gemüse Neu aus Köln ist in diesem Punkt etwas anderer Ansicht. „Die Umgehungsstraße hat dem Wochenmarkt das Genick gebrochen. Jetzt besucht doch auch kaum noch jemand die Geschäfte“, so Neu. Aber sie sehe es auch ein, dass einige Händler ausschließlich bei wärmeren Temperaturen ihre Waren darbieten würden. Von Januar bis März sei es immer ruhig, meint auch Lars Hamann (Strickwaren). Die Auswahl sei in Wintermonaten immer geringer. „Im Grunde ist es ein Rad ohne Ende, da in kleineren Städten immer mehr Kunden fern blieben und aufgrund dessen auch die Händler nicht mehr kämen“, so Hamann.
Hoffen auf Frühjahr
Der größte Teil der Beschicker, aber auch der Kunden hofft auf wärmere Temperaturen. „Ich mag das Plaudern mit bekannten Menschen. Aber es ist nicht schön, immer nur die Hälfte zu sehen. Daher muss es wieder wärmer werden“, erklärt Maria Müller. Ebenfalls auf frühlingshafte Wärme hofft Edeltraud Gramstat von der Bäckerei Bauer: „Es wird leerer hier, man kennt seine Kunden schon sehr genau.“ Horst Plätzer versucht, das Problem auf den Punkt zu bringen: „Ich bin nicht oft auf dem Markt, weil er unattraktiv ist. Würde die Stadt die Attraktivität steigern, käme auch ich sicherlich öfter.“
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