Wermelskirchen: Auch geistig Behinderte sollen jetzt in den Beirat
VON GUNDHILD TILLMANNS - zuletzt aktualisiert: 26.08.2011Wermelskirchen (RP). Der Lebenshilfe-Rat, die Selbstverwaltung der geistig und körperlich Behinderten, soll nun erstmalig auch mit einem Mitglied im neuen Behindertenbeirat vertreten sein: "Ich finde es ganz toll, dass sich der Lebenshilfe-Rat gemeldet hat und werde dafür kämpfen, dass er auch in den Beirat aufgenommen wird", betont Vorsitzender Jürgen Löhmer.
Ein behindertes Mitglied aus dem Lebenshilfe-Rat werde auf jeden Fall auch einen nichtbehinderten Assistenten zur Seite haben, der dann im Bedarfsfall dessen Anliegen sozusagen übersetzen könne.
"Auf diese Weise werden wir die Möglichkeit haben, von wirklich Betroffenen zu erfahren, was in Wermelskirchen verändert werden muss", meint Löhmer. Er freue sich aber auch darüber, dass zu den Nominierten für den neuen Behindertenbeirat wieder Vertreter der Sehbehinderten und der Schlaganfallselbsthilfegruppen gehörten. Auch der Kreis der pflegenden Angehörigen wolle sich durch Katharina Sachser im Beirat vertreten lassen. Allerdings habe es der Parkinson-Kreis nicht mehr geschafft, einen Vertreter aufzustellen, bedauert Löhmer.
Stolz und froh sei er, dass es der Behindertenbeirat in den vergangenen fünf Jahren, also in seiner ersten Amtszeit, geschafft habe, einen Umdenkungsprozess zumindest in Gang zu setzen, sagt Löhmer: "Der Anstoß ist erfolgt, dass wir uns als eine (!) Gesellschaft begreifen, in der wir bei Planungen die Belange der Menschen mit Behinderungen inden Fokus rücken. Wir müssen aber auch begreifen lernen, von Menschen mit Behinderung das zu verlangen, was sie leisten können", plädiert Löhmer. In Gesprächen mit Behinderten sei ihm bestätigt worden, dass sich Positives in Wermelskirchen bewege.
Stolz auf das Erreichte
"Wir sind in Wermelskirchen federführend", weiß Löhmer, der auch Behindertenbeirats-Kreisvorsitzender und Vorsitzender der Lebenshilfe ist. Das gelte beispielsweise für die Internetseiten der Stadt- und auch der Kreisverwaltung, die beide auf Anregung der Ort- und Kreisbehindertenbeirät auf einen barrierefreien Zugang für Sehbehinderte umgestellt werden sollen. Besonders stolz ist Jürgen Löhmer auf die gelungenen Bemühungen des Behindertenbeirates, auf die Umgestaltung der Innenstadt Einfluss zu nehmen. "Obwohl der Stadtrat schon alles beschlossen und alles Grau in Grau geplant hatte, konnten wir als Behindertenbeirat im Nachhinein noch erreichen, dass farbige Gehbänder geschaffen wurden und ein Orientierungssystem für Gehbehinderte, erinnert der Vorsitzende des Behindertenbeirates.
Konstituierende Sitzung 11. 10., ab 15 Uhr, Rathaus, Raum 132
Die Bergische Morgenpost lohnt sich Tag für Tag - jetzt testen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



