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Wermelskirchen: Aufräumen nach dem Orkan

VON UDO TEIFEL - zuletzt aktualisiert: 02.03.2010

Wermelskirchen (RPO). Wermelskirchen ist von schweren Schäden verschont geblieben. 36 Einsätze für die Feuerwehr. Rund 800 bis 1000 Festmeter Holz sind umgeworfen worden. Stromausfälle – aber bis Mitternacht waren alle wieder am Netz.

Vor allem in der Nähe von Fichtenbeständen waren die Straßen und Gehwege (hier L 409 zwischen Habenichts und Dhünn) übersät mit Dreck. Die Aufräumarbeiten werden noch einige Tage dauern.  Foto: RPO
Vor allem in der Nähe von Fichtenbeständen waren die Straßen und Gehwege (hier L 409 zwischen Habenichts und Dhünn) übersät mit Dreck. Die Aufräumarbeiten werden noch einige Tage dauern. Foto: RPO

Kehrmaschinen waren im Einsatz, hier und da kreischte noch eine Kettensäge: Aufräumen nach dem Orkan "Xynthia". Der fegte zwar auch über Wermelskirchen hinweg, hinterließ aber bei weitem nicht die Schäden wie "Kyrill". Förster Wolfgang Müller: "800 bis 1000 Festmeter Holz sind umgeworfen worden. Bei ,Kyrill' hatten wir das Fünffache im Stadtgebiet."

Ab etwa 15 Uhr, als der Orkan Spitzengeschwindigkeiten erreichte, begann auch für die Feuerwehr der Dauereinsatz. Der stellvertretende Feuerwehrchef Ingo Mueller: "Wir hatten 36 Einsätze in Wermelskirchen. Hauptsächlich mussten umgekippte Bäume von Straßen beseitigt werden." Der letzte war auch der kniffligste Einsatz: In der Alten Straße in Dhünn war eine Birke über die Straße auf die Überlandleitung gestürzt und drohte ein Haus zu beschädigen. Mueller: "Zudem war schon eine Stromleitung gerissen, so dass die BEW erst einmal abschalten musste." Scheibchenweise sei der Baum zerlegt worden, was auch nicht einfach gewesen sei, denn gut ein Drittel der Last hätte über der Stromleitung hin zum Haus gehangen. "Wäre die Leitung gerissen, wäre der Baum aufs Haus gestürzt und hätte sicher schwere Schäden angerichtet."

Info

Der Stadtforst

Im Stadtforst sind rund 500 Bäume entwurzelt oder gebrochen. Wie gestern das Wirtschaftsförderungsamt mitteilte, sind in vielen Bereichen die Waldwege durch umgestürzte Bäume und herab gefallene Äste versperrt. Besonders betroffen sei der Wald westlich von Kenkhausen bis zur Remscheider Straße, das Gebiet um Vorm Eickerberg und Teile des Eifgen-Wanderweges. Ab Ende der Woche sollen die Wege wieder uneingeschränkt genutzt werden können.

Lobenswert, so Mueller, sei gewesen, dass einige ehrenamtliche Feuerwehrleute zum Einsatz gekommen seien, obwohl der Orkan bei ihnen zu Hause auch Schäden angerichtet hätte.

Von "103 witterungsbedingten Einsätzen" kreisweit spricht die Polizei. Die Kreisleitstelle musste zusätzliche Beamte aus dem freien Wochenende holen, um alle Notruf-Telefone bedienen zu können.

Erst gestern im Laufe des Vormittages wurde die gesperrte L 409 zwischen Habenichts und Dhünn und die L 30 bei Durholzen freigegeben.

Bis 24 Uhr alle wieder am Netz

Mit rund 20 Mitarbeitern war auch die BEW im Versorgungsgebiet im Einsatz. Koordiniert von der Einsatzzentrale in Hämmern, mussten sechs Zehn-KV-Überlandleitungen und 20 Niederspannungsanlagen, die in die Wohnviertel den Strom bringen, repariert werden. Zwei Zehn-KV-Anlagen waren in Wermelskirchen betroffen. BEW-Geschäftsführer Wilhelm Heikamp: "Um 24 Uhr waren alle Kunden wieder am Netz. Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen." "Kyrill" hatte 94 Zehn-KV-Leitungen beschädigt.

Für die Reinigung der Stadtstraßen ist seit gestern der Bauhof zuständig. Gärtnermeister Volker Niemz: "Wir sind mit zwei Kehrmaschinen im Einsatz." Drei Gruppen würden zusätzlich das Stadtgebiet abfahren und die Straßen und Gehwege von herabgefallen Ästen freiräumen. "Ab Dienstag werden wir dann mit der Arbeitsbühne rausfahren, um abgebrochene Äste aus den Bäumen zu holen. Wir werden noch ein paar Tage zu tun haben", so Niemz.

Kreisweit rückte die Feuerwehr zu 290 Einsätzen aus. 650 Kräfte, so Kreispressesprecherin Birgit Bär auf Anfrage, waren im Einsatz.

Quelle: RP

 
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