Wermelskirchen: „Alle“ wollen ins Gymnasium
VON GUNDHILD TILLMANNS - zuletzt aktualisiert: 08.03.2008Wermelskirchen (RPO). Mit sieben Eingangsklassen geht das Gymnasium ins neue Schuljahr. Die Rekord-Anmeldezahl von 213 Schülern überrascht, weil die Gutachten aus den Grundschulen fast alle Kinder eindeutig nur fürs Gymnasium empfehlen.
Richtig voll wird es nach den Sommerferien im Gymnasium: 213 Jungen und Mädchen sind angemeldet worden für das Schuljahr 2008/09. „Ich war völlig überrascht, wir hatten nur mit 178 bis 180 Anmeldungen gerechnet“, sagt Elke Bergmeister, die stellvertretende Leiterin des Gymnasiums. Sieben Eingangsklassen müssen dort im Sommer gebildet werden. Zuletzt gab es am Gymnasium einen vergleichbar hohen Ansturm im Jahre 1999, als 200 Schüler angemeldet wurden. Räumlich werde das Gymnasium dem Ansturm gewachsen sein, aber die Klassen würden voller, kündigt Elke Bergmeister an. Sie habe die ungewöhnlich hohe Anmeldezahl soeben der Bezirksregierung mitgeteilt und hoffe, dass dies auch bei der Lehrerzuteilung berücksichtigt werde.
Hauptschule schrumpft
Die Anmeldezahlen der Hauptschule sind weiterhin rückläufig: Von 96 Eingangsschülern im Jahre 2005 sanken sie im Jahr 2006 auf auf 88 Schüler. 2007 wurden noch 65 Jungen und m;ädchen an der Hauptschule angemeldet. Jetzt waren es nur noch 56.
Alle haben gute Zeugnisse
Umso erstaunlicher sei diese bisherige Rekord-Anmeldezahl nach der Änderung des Schulgesetzes, wundert sich Elke Bergmeister. Nur etwa 30 Neuangemeldete hätten in den Grundschul-Gutachten den Vermerk stehen: „vielleicht fürs Gymnasium oder für die Realschule geeignet.“ Und selbst diese hätten gute Zeugnisse mit maximal einer Drei. „Bei allen anderen steht, dass sie nur fürs Gymnasium geeignet sind“, betont Elke Bergmeister, die deshalb auch hofft, dass tatsächlich der Großteil der Neuangemeldeten das Gymnasium auch schafft.
Die Realschule wird allerdings trotzdem mittelbar von dem Ansturm aufs Gymnasium betroffen sein. Denn dort wurden ungewöhnlich wenige, diesmal nur 93 Kinder angemeldet. In den Vorjahren waren es noch 138 (2007), 125 (2006) und 123 (2005). Der Vorteil seien zwar die zunächst kleinen Klassen in der Realschule. Der Nachteil sei aber der zu erwartende hohe Rücklauf aus dem Gymnasium in den Klassen sechs bis acht, prognostiziert Realschulleiter Bernhard Meier. Doch er hat sich bereits Gedanken gemacht, wie er sich auf die Unwägbarkeit einstellen kann.
„Wir werden kleine Klassen bilden, die dann noch aufnahmefähig für neue Schüler sind“, betont Meier. Denn es mache keinen Sinn, später eine zusätzliche Klasse zu bilden, in der nur Nichtversetzte und Abbrecher aus dem Gymnasium zusammenkämen. Er benötige für kleinere Klassen mehr Lehrer. „Das werden wir ausgleichen können, indem wir Arbeitsgemeinschaften und spezielle Förderangebote zeitweilig zwar reduzieren. Die können dann aber im Folgejahr nachgeholt werden“, der Realschulleiter.
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