Wermelskirchen: „Gymnasien unter Druck“
VON WERNER JANUSZEWSKI - zuletzt aktualisiert: 09.08.2007Wermelskirchen (RPO). Offiziell ist an den weiterführenden Schulen in Wermelskirchen ein möglicher Samstagsunterricht zur Zeit noch kein Thema. Gleichwohl machen sich die Schulleitungen darüber schon Gedanken.
„Bisher habe ich über die Pläne des Kultusministerium zur Ermöglichung von Samstagsunterricht nur aus den Medien erfahren“, sagt Elke Bergmeister, amtierende Leiterin des Gymnasiums. Doch so ganz neu ist für sie das Thema dann auch wieder nicht. In der Vergangenheit habe man schulintern schon mal darüber gesprochen, sagt sie.
Würde Samstagsunterricht Sinn machen? „Da sind sicher verschiedene Aspekte zu Berücksichtigen“, meint Bergmeister. Sie erinnert sich noch an die lebhaften Diskussionen, als der Samstagsunterricht abgeschafft wurde – in Wermelskirchen sei das wohl vor etwa zehn Jahren gewesen: „Damals war ich dagegen, weil ich die Sorge hatte, dass auf die Schüler zu viel Hetzerei in der Woche zukommen würde. Das ist in dem von mir befürchteten Umfang glücklicherweise nicht geschehen.“
Samstagsunterricht
Ein Erlass von Schulministerin Sommer (CDU) soll künftig samstags Unterricht ermöglichen, wenn dieser nicht auf fünf Tage verteilt werden kann. Das würde an Gymnasien, Realschulen und Hauptschulen eine Sechs-Tage-Woche bedeuten.
Stoff nacharbeiten
Gleichwohl meint Elke Bergmeister heute: „Durch eine Nutzung auch der Samstage für den Unterricht könnte sicherlich einiges an Druck von den Schülern genommen werden. Besonders, wenn wir verstärkt zur individuellen Förderung übergehen müssen.“ Andererseits könnten heute die Schüler samstags ausschlafen. Diejenigen, die sehr ernsthaft lernen wollen, könnten heute samstags eventuell Stoff nacharbeiten, und letztlich können auch die Familien etwas gemeinsam unternehmen, gibt die Rektorin zu bedenken.
Elke Bergmeister rechnet damit, dass in der Lehrerkonferenz Mitte September über das Thema Samstagunterricht diskutiert wird. Letztlich müsste aber die Schulkonferenz darüber entscheiden – und in der sitzen neben zehn Lehrern auch je fünf Eltern- und Schüler-Vertreter.
In der Realschule, die von den Plänen der Schulministerin ebenso betroffen wäre, wie Gymnasium und Hauptschule, ist ein möglicher Samstagsunterricht „derzeit noch kein Thema“, wie Petra Hotopp in Vertretung von Schulleiter Meier gestern sagte. Auch dort hat man bisher nur über die Medien davon erfahren.
Ähnlich ist’s auch an der Hauptschule. Rektor Gebhard Lehr meint jedoch, dass die Hauptschule nicht unter dem Druck stehe, wie die Gymnasien, die demnächst mit einer um ein Jahr verkürzten Gesamtschulzeit klar kommen müssten. Allerdings könnte die Hauptschule langfristig gesehen Probleme bekommen, wenn die Mittagspausen-Regelung verschärft würde. Denn wenn durch die Stundenzahl heute an einigen Tagen der Unterricht bis 14 Uhr dauert, müsste künftig eine Stunde Mittagspause von 13 bis 14 Uhr eingehalten werden. Dadurch könnten zwei Unterrichtsstunden dann erst vonn14 bis 15.30 Uhr erteilt werden.
Mit der Möglichkeit zum Samstagsunterricht, so meint Gebhard Lehr, werde letztlich dem allgemeinen Trend gefolgt, der hin zu immer mehr Samstagsarbeit gehe. Für die Schüler würde damit die Belastung besser verteilt.
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