Wermelskirchen: „Keep on swinging“
VON WERNER JANUSZEWSKI - zuletzt aktualisiert: 04.11.2006Wermelskirchen (RPO). Sechs „alte Herren“ und die 19-jährige Sängerin Valeria Tschernysch bieten den unzähligen Fans Oldtimejazz vom Feinsten. Das Jubiläum wird am 11. November während der 15. Buchholzer Jazznacht gefeiert.
Sie haben Jazz im Blut und sehen ihre Musik als „die schönste Nebenbeschäftigung der Welt“ an. Und ebenso denken ihre unzähligen Fans, von denen nicht wenige ihnen seit anderthalb Jahrzehnten die Treue halten. Manche reisen ihnen selbst zu weiter entfernten Auftrittsorten nach – nur, um dann abends mit zu swingen.
25 Jahre gibt es die Beale Street Jazzband. Aus den einst jungen Musikern sind inzwischen einige schon Rentner, zwei sind noch im Berufsleben. Doch aktiv, dass sind sie alle noch, gerade wenn’s um die Jazzmusik geht. „Außerdem haben wir vor einiger Zeit eine ,Vitalitätsspritze’ bekommen“, meint Bandleader Helmut Münscher, lacht, und freut sich sichtlich über den Glücksfall, der da Valeria heißt, 19 Jahre jung ist, und die seriösen ,alten Herren’ ordentlich aufmischt. Denn immer wenn es ums Einüben neuer Stücke geht, ist die 19-Jährige schon fast perfekt, wenn die Musiker noch mit schwierigen Griffen „kämpfen“.
15. Jazznacht
Das 25-jährige Bestehen feiert die Beale Street Jazzband zusammen mit ihren Fans am Samstag, 11. November, ab 20 Uhr, in der Gaststätte „Zur Buche“ und zwar im Rahmen der 15. Buchholzer Jazznacht. Seit 15 Jahren nämlich wurde jedes Jahr im November die Fangemeinde in der „Bergischen Preservation Hall“ von Gastwirt Gerhard Stolz eingeladen. Der in einigen hundert Metern Entfernung vorbei fließende Eifgenbach musste dabei regelmäßig die Rolle des Mississippi übernehmen.
Natürlich ist bei der Jubiläumsveranstaltung auch Sängerin Valeria dabei. Außerdem, werden am 11. November zwei hochkarätige Gastmusiker die Beale Street Jazzband verstärken.
Valeria Tschernysch kam Anfang November 2004 zur Beale Street Jazzband – als Sängerin. „Sie ist äußerst talentiert und setzt mit ihrer ausdrucksvollen Stimme bei jedem Auftritt der Band musikalische Akzente. Das Publikum ist in schöner Regelmäßigkeit begeistert“, berichtet Münscher.
Aus einer musikalischen Familie
Valeria Tschernysch stammt aus einer höchst musikalischen Familie. Sie ist die Tochter eines Saxophonisten und einer Sängerin, bekam die Musik also quasi schon mit in die Wiege gelegt. Münscher: „Ihre Eltern und Lehrer waren es schließlich auch, die Valeria zum Jazz führten.“ Die junge Stimme der Beale Street Jazzband orientiert sich teilweise an ihrem großen Vorbild Ella Fitzgerald. „Sie geht aber auch in Stücken wie ,The thrill is gone’ von B. B. King eigene musikalische Wege“, erklärt Münscher.
Im Jubiläumsjahr können sich die Jazzfans im Bergischen Land freuen. „Wir haben fleißig geprobt und unser Repertoire beträchtlich erweitert“, sagt Bandleader Helmut Münscher, der sich, was die Musik angeht, als „unruhiger Geist“ der Band sieht. Seine Maxime: „Es muss musikalisch immer wieder was Neues geben, damit die Zuhörer nicht irgendwann sagen ,das kenn’ ich doch alles’. Andererseits müssen aber auch Stücke im Repertoire sein, die den Wiedererkennungseffekt hervorrufen.“ Damit ist die Beale Street Jazzband in den 25 Jahren ihres Bestehens immer sehr gut gefahren. Im Jubiläumsjahr neu: weitere New Orleans Stücke, wie auch neue Swing-Nummern.
Während die sechs Herren der Band sich mit Stücken wie „Chimes Blues“ und „Meet me tonight in dreamland“ profilieren, wandelt Sängerin Valeria auf den Spuren von Ella Fitzgerald: „Cheek to cheek“ und „Baby, ain’t I good to you“. „Nicht zu vergessen die wundervolle Ballade ,Nobody knows you when you’re down and out’ und die bekannte Hymne ,Nearer my God to thee’“, berichtet Münscher. Das sind nur einige der neuen Programmpunkte im Jubiläumsjahr, in dem es für die Band heißt „Keep on swinging!“
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