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Wermelskirchen: Beeindruckende Premiere

VON JANINA LENZ - zuletzt aktualisiert: 31.03.2008

Wermelskirchen (RPO). Unter Leitung von Anja Fries und Bardia Rousta haben zwölf junge Darsteller Arthur Millers „Hexenjagd“ einstudiert. Sie zeigten großes Einfühlungsvermögen und eine enorme schauspielerische Leistung.

Das „Fokus-Theater“ der Katt präsentierte Arthur Millers „Hexenjagd“ in einer sparsamen Requisite mit beeindruckenden schauspielerischen Leistungen.  Foto: RPO
Das „Fokus-Theater“ der Katt präsentierte Arthur Millers „Hexenjagd“ in einer sparsamen Requisite mit beeindruckenden schauspielerischen Leistungen. Foto: RPO

Mit ihren weißen Gewändern erscheinen die Mädchen auf den ersten Blick wie kleine Engel, als sie auf die Bühne treten. Doch das Gegenteil ist der Fall. Mit ihrem Feuertanz und der Beschwörung von Hexen wollen sie die erwünschte Liebe erbeten. Nur Abigail Williams (Jana Fresenborg) ist von Rachegelüsten besessen, da ihr Geliebter John Proktor (Guido Schikore) sie nach einer kurzen Affäre abblitzen ließ, um bei seiner Ehefrau Elisabeth (Sarah Rojewski) zu bleiben. Doch die Mädchen werden von Abigails Onkel, dem Pfarrer Parris erwischt – und das Unheil nimmt seinen Lauf. Schon zu Beginn des Theaterstücks „Hexenjagd“, welches am Freitagabend Premiere in der Kattwinkelschen Fabrik feierte, ist eine gebannte und leicht angespannte Stimmung im Publikum zu verspüren. Die Lügen zur Verheimlichung des Hexentanzes im Wald werden von den Schauspielerinnen genauso geschickt in Szene gesetzt wie von der gläubigen Gegenpartei als „Teufelswerk“ enttarnt.

Info

Die Schauspieler

Das Ensemble: Guido Schikore, Sarah Rojewski, Jana Fresenborg, Lea Radermacher, Patrick Held, Anna-Lena Schmidt, Jule Breitenladner, Vanessa Stoll, Noél Wirzius, Jessica Jumperts, Anika Nippel und Katharina Hackstein.

Bund mit dem Teufel?

Ein Gericht wird einberufen, und in Geständnissen sollen die Mädchen zugeben, dass sie einen Bund mit dem Teufel geschlossen haben. Mit der dadurch begonnenen Jagd auf vermeintliche Hexen folgt ein Gespinst aus Verleumdungen, Beschuldigungen und Lügen. Immer im Fokus ist dabei das Ehepaar Proktor. Unfähig, einander die Gefühle zu zeigen, kommen sie sich durch die Hysterie um den „Hexenwahnsinn“ in der Stadt jedoch näher. Die schauspielerische Brillanz der jungen Nachwuchsschauspieler Sarah Rojewski und Guido Schikore wird besonders in Szenen deutlich, in denen nur sie beide auf der Bühne stehen – mit nichts als einem Tisch und zwei Stühlen als Requisite. Sarah Rojewski zeigt ihr Können mit einer durch und durch kühlen Fassade der wahrheitsliebenden Elisabeth. Im Gegensatz dazu glänzt Guido Schikore mit der völligen Hingabe in der Rolle eines verzweifelten und doch guten Ehemannes, der nach seinem Bruch mit der Frau seiner kurzen Affaire nun doch um den Erhalt seiner Ehe kämpft.

Der Regisseur Bardia Rousta. Foto: RPO

Nur wenige Requisiten

Die wenigen Requisiten fordern die Schauspieler zu darstellerischer Leistung heraus. Nach der Einberufung einer Gerichtsverhandlung steht Richter Danforth (Katharina Hackstein) vor einem schier unlösbaren Problem, welches er nur durch wahllose Hinrichtungen zu lösen vermag. Und auch Elisabeth Proktor, von der um ihren Mann kämpfenden Abigail als Hexe bezeichnet, muss mit der Hinrichtung rechnen.

Es geht also dramatisch zu in der letzten Szene des mehr als zwei Stunden langen Theaterstücks. Als auch John Proktor der Bund mit dem Teufel nachgesagt wird, kann er sich nur mit der Bejahung dieser Anschuldigung retten. Doch seine Ehre untersagt ihm dies und so wird der tragische Held des Dramas am Ende doch erhängt.

„Ich bin völlig fertig – aber glücklich“, sagte der 22-jährige Guido Schikore nach der Premiere. Er gab aber auch zu: „Man muss schon Mut haben, um auf die Bühne zu gehen.“ Aber die Theaterarbeit habe im große Freude bereitet, sprach er auch den anderen Darstellern aus der Seele.

Quelle: RP

 
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