Wermelskirchen: Bewegen und mitgestalten
VON BERND GEISLER - zuletzt aktualisiert: 15.09.2007Wermelskirchen (RPO). Der Schulpflegschaftsvorsitzende des Gymnasiums, Thomas Wurm, wünscht sich schnellstens eine Entscheidung über die neue Schulleitung. Und eine bessere Zusammenarbeit mit der Schülervertretung.
„Einfach mitwirken“, schreibt Barbara Sommer, NRW-Ministerin für Schule und Weiterbildung, in einer Broschüre über Elternmitwirkung in der Schule. Sie möchte die Eltern „ermutigen, im Interesse ihres Kindes die Elternrechte in der Schule wahrzunehmen“. Seit seiner Wiederwahl am vergangenen Montag dient Thomas Wurm (45) als Vorsitzender der Schulpflegschaft des heimischen Gymnasium im vierten Jahr.
Der Vermessungsingenieur und Vater zweier Kinder versucht, mit Elan und Optimismus den Schulpflegschaftsvorsitz auszufüllen. Er ist „im Großen und Ganzen“ mit der Unterstützung der Eltern zufrieden. „Natürlich“, sagt er, „kann man bei rund 1400 Schülern nicht alle Eltern ansprechen. Das ist wie überall, sie erreichen nicht jeden.“ Wurm möchte ein Verbindungsglied zwischen Eltern und Lehrerschaft sein. „Und zwar sollten die Informationen in beide Richtungen fließen“, wünscht er sich. „Sowohl von der Lehrerschaft zur Schulpflegschaft und umgekehrt.“
Mitwirkungsgremien
Das organisatorische Mittel für die Eltern zur Mitwirkung in der Schule ist die Schulpflegschaft. Sie wählt aus ihren Reihen den Vorsitzenden und seine Stellvertreter. Mitglieder der Schulpflegschaft sind die Vorsitzenden der Klassenpflegschaften und die von den Jahrgangsstufen gewählten Vertreter. Die Vorsitzenden der Klassenpflegschaften werden aus den Reihen der Eltern und Schüler einer Klasse gewählt. Die Schulkonferenz ist das oberste Mitwirkungsgremium der Schule. Dort arbeiten die Vertreterinnen und Vertreter der Eltern, der Schüler sowie der Lehrer zusammen. Die Elternvertreter werden von der Schulpflegschaft, die Schülervertreter vom Schülerrat, die Vertreter der Lehrer von der Lehrerkonferenz gewählt.
Verständigung ist „einfach super“
Dabei ist er Pragmatiker geblieben. Er habe Verständnis für die Schulleitung: „Sie kann und muss nicht alles können. Genauso wie die Eltern. Sie haben auch ihre eigenen Probleme.“ Aber er möchte gerne etwas bewegen und mitgestalten. So wie bei der derzeitigen Diskussion, ob auch am Samstag Schulunterricht stattfinden soll. „Egal, wie es ausgehen wird“, meint er. „Es kommen Kosten und organisatorische Änderung in erheblichen Umfang auf Kommune, Schule und Vereine zu.“
Zu seiner Erfolgs-Bilanz als Schulpflegschaftsvorsitzender zählt er die Mitwirkung an der Schulverfassung des Gymnasiums und die Verständigung mit Elke Bergmeister, der (kommissarischen) Schulleiterin. „Die Kommunikation ist einfach super“, kommt es ihm spontan über die Lippen. Dagegen erscheint ihm die Beziehungen zwischen Schulpflegschaft und Schülervertretung „noch ausbaufähig“.
Natürlich ging auch während seiner Zeit in der Schulpflegschaft nicht alles glatt über die Bühne. Dass die Stadt Wermelskirchen nicht die Fahrkosten für ortsfremde Schüler, die das Gymnasium besuchen, übernehmen will, sei schade, sagt er. Und über den neu gebildeten Hausmeister-Pool der Stadtverwaltung schüttelt er den Kopf. „Niemand bezahlt jetzt die Überstunden des Hausmeisters, wenn er wegen einer Schulveranstaltung länger bleiben muss. Also ist auch kein Hausmeister vorhanden. Also kann diese Schulveranstaltung nicht stattfinden.“
Hausmeister die wichtigste Person
Der Hausmeister sei einer der wichtigsten Menschen in der Schule. „Wenn ein Hausmeister in Rente geht, stehen alle Kinder am Weg und klatschen. Das ist nicht bei allen Lehrern der Fall.“
Sollte dem Schulpflegschaftsvorsitzenden eine gute Fee einen Wunsch erfüllen, dann diesen: „So schnell wie möglich eine(n) neue(n) Schulleiter(in)!“
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