Kommentar: Bewerber Uhle rügt die CDU
VON GUNDHILD TILLMANNS - zuletzt aktualisiert: 13.08.2009Kommentar (RPO). War's etwa zum Wohle der Stadt?
CDU und SPD und mit ihnen ihr Bürgermeisterkandidat Hans-Dieter Husfeldt feiern sich zwar noch ausgelassen und ausgiebig auf ihren Internetseiten. Dort verbuchen sie die europaweite Ausschreibung des Loches-Platzes als ihren vollen (Wahlkampf)-Erfolg. Doch die Realität hat sie längst eingeholt: Es gibt nicht nur nichts zu feiern, im Gegenteil: Die Neugestaltung des Loches-Platzes ist auf den "Sankt Nimmerleins-Tag" zurückgeworfen und der gerade noch kampfeswillige Gerhard Uhle liebäugelt schon eher mit anderen Standorten. So kann's gehen, wenn angeblich zum Wohle der Stadt, de facto aber nur für den schnellen Wahlkampferfolg agiert wird. CDU und SPD hatten ihre Kandidaten mit dem Thema Loches-Platz vorpreschen lassen, um damit Wähler zu gewinnen. Das ging gründlich schief. Außerdem ist ein Kandidat noch kein vom Bürger gewählter Mandatsträger und hat sich ohnehin nicht in Rats- und Verwaltungsangelegenheiten einzumischen.
Fazit: CDU/SPD und Husfeldt hätten Experten die Arbeit machen lassen sollen.
Mit Kritik an der CDU Wermelskirchen sparte der potentielle Investor Gerhard Uhle gestern nicht. Er sei zwar selbst in Bochum im Vorstand der Kreis-CDU: "Aber wenn man mitbekommt, was sich die CDU in Wermelskirchen leistet, dann muss man sich ja schämen, Mitglied zu sein", sagte der Unternehmer. Bürgermeister Eric Weik habe sich gleich von Anfang an richtigerweise gegen eine europaweite Ausschreibung gewehrt, meinte Uhle gegenüber der BM. Und er betonte wiederholt: "Ohne den Loches-Platz mache ich aber nichts in Wermelskirchen." Die Misere, die sich jetzt eingestellt habe, laste er eindeutig "diesen besseren Herren im Stadtrat an". "Die hätten besser auf den Herrn Weik gehört, dann wäre es nicht zu diesem Dilemma gekommen", sagte Uhle.
Er werde aber um den Loches-Platz kämpfen: "Ich bin zwar 76, habe aber die Kampfkraft eines 30-Jährigen, nicht etwa eines 40-Jährigen, sondern wirklich wie 30", sagte er in seiner munteren Art und verwies zudem auf sein noch sehr junges und schlagkräftiges Führungsteam. "Aber letztlich brauche ich Wermelskirchen nicht, es gibt so viele Angebote auf dem Markt, denn immer mehr Leute gehen pleite", gab der Geschäftsführende Gesellschafter zu bedenken.
Uhle antwortete denn gestern auch sogleich der Stadtverwaltung auf die vorläufige Absage, deren Text an alle fünf Bewerber gleichlautend herausgegangen war. Er verwies auf sein "Hannibal-Einkaufscentrum" in Bochum, in dem der Nutzungsmix mit Einzelhandels- und Dienstleistungsflächen vorhanden sei. Was die von der Stadt Wermelskirchen geforderte zentrenorientierte Freizeitnutzung anbelange, so könne er damit zwar am Bochumer Standort nicht dienen, weil es genau gegenüber einen 5000 Quadratmeter große Freizeitfläche gebe. Allerdings sei aus seinen Unterlagen zum Riesapark zu ersehen, dass seine Gesellschaft eine Reihe von Freizeitaktivitäten geschaffen habe, demnach dazu in der Lage sei. Außerdem zeigten seine Unterlagen, dass die Euco-Gruppe auch bereits im Dienstleistungsbereich ein Ärztecenter in der Planung habe. Und er verweist auf "sein" vier-Sterne-Hotel und schreibt: "Wir sind Profis– und das nicht erst seit gestern." Auch macht Uhle spürbar verärgert deutlich: "Wermelskirchen ist mit seinen etwa 30 000 Einwohnern nicht der Nabel der Welt." Denn er habe auch noch andere vielversprechende Standorte ins Auge gefasst.
Uhle hat die Finanzkraft
Sollte Wermelskirchen allerdings an seiner Finanzkraft zweifeln, dann könne er gerne Finanzierungszusagen für weitere Firmen seiner Gruppe beifügen. Dies werde ihm keine Schwierigkeiten bereiten, sagte Uhle der BM. Die Stadtsparkasse Bochum bestätigt Uhle zur Vorlage bei der Stadt Wermelskirchen, dass die Euco-Gruppe "über genügend Eigenmittel verfügt, um den Loches-Platz zu erwerben und die geplante Baumaßnahme im Gesamtvolumen von 20 Millionen Euro zu realisieren."
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