Wermelskirchen: "Black Box" für Kehr- und Streufahrzeuge
VON UDO TEIFEL - zuletzt aktualisiert: 14.10.2010Wermelskirchen (RPO). Wenn Tiefbauamtsleiter Stefan Lohkamp im Winter wissen will, wo seine Streufahrzeuge im Einsatz sitzt, wird er künftig einfach seinen PC anschalten und auf die Stadtkarte schauen.
Da, wo sich ein blinkender Punkt bewegt, dort wird dann gerade geräumt oder gestreut. Denn: Die städtischen Streufahrzeuge werden mit einem Telematic-System nachgerüstet – also einer "Black Box", mit der jede Fahrzeug-Bewegung nachvollzogen werden kann.
"Wir haben uns zu solch einem Schritt entschieden, um mehr Rechtssicherheit zu bekommen", so Lohkamp auf Anfrage der Bergischen Morgenpost. Anlass seien zwei Anzeigen wegen Fahrerflucht gewesen. Angeblich hätten im Winterdienst zwei Räumfahrzeuge parkende Autos beschädigt: "Wir haben aber nach sehr aufwendiger Arbeit belegen können, dass zu dieser Zeit kein Fahrzeug da war."
Daten sind nicht zu manipulieren
Mit der "Black Box" könne gerichtsfest belegt werden, wo die Fahrzeuge jeweils sind oder waren. "Die Daten sind nicht zu manipulieren." Ein GPS-System zeigt genau an, wo die Fahrzeuge sind. Aufgezeichnet werden auch Daten, welche Geräte wo im Einsatz sind. Die Boxen sind bereits bestellt und sollen Anfang November eingebaut werden. Auf 300 bis 400 Euro belaufen sich die einmaligen Kosten, plus monatliche Leasinggebühr von rund 40 Euro.
Doch nicht nur städtische Wagen erhalten eine "Black Box": Auch die Kehrmaschine eines privaten Unternehmen wird Anfang 2011 damit aufgerüstet. "So können wir genau bei Beschwerden nachvollziehen, wo mit dem Besen gereinigt wurde und wo nicht." Denn das sei ja derzeit das Problem: Seine Mitarbeiter könnten nicht hinterher fahren und überprüfen, welche Runde die Kehrmaschine mache.
Drei bis vier Beschwerden habe es in diesem Jahr gegeben. "Wir geben das weiter, und die Fahrer fahren den Weg dann meistens sofort wieder neu ab."
Doch parkende Autos sind längst ein Problem geworden. Sie blockieren häufig Straßenflächen, die gekehrt werden sollten – und für diesen Kehrdienst zahlen oftmals die Anlieger. Die Aufforderung, dort dauerhaft Schilder mit Parkverbotshinweis für den Kehrzeitraum aufzustellen, lehnt die Stadtverwaltung laut dem Technischen Beigeordneten Dr. André Prusa ab.
Dulden könnte er höchstens Schilder von Anwohnern, die die Autofahrer bitten, dort während der Kehrzeit nicht zu parken. "Aber diese Schilder dürfen keinen offiziellen Charakter haben und dürfen nur die Information enthalten. Außerdem müssen sie nach dem Kehren wieder abgehängt werden."
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



