Wermelskirchen: Bundeswehr futtert bei „Hasi“
VON GUNDHILD TILLMANNS - zuletzt aktualisiert: 01.07.2008Wermelskirchen (RPO). Bei Anke und Dirk Leithäuser ist mit dem Saisonauftakt am Gardasee auch das Imbissgeschäft richtig ins Rollen gekommen. Es gibt schon italienische Stammkunden, die Kartoffelsalat mit Curry-Wurst lieben.
Die ewigen Nudeln in der Kaserne hatte der Bundeswehreinsatztrupp so richtig satt: Da entdeckten die Soldaten, die zur Zeit im italienischen Costermano den deutschen Soldatenfriedhof pflegen, zu ihrer Überraschung „Didis“ und „Hasis“ knallroten Imbisswagen am Gardasee. Seither gehört auch die Bundeswehr zu den Stammgästen bei Anke und Dirk Leithäuser, die trotz langer und aufreibender Anfangsschwierigkeiten nach ihrer Auswanderung an den Gardasee dort wohl nun tatsächlich ihr Glück und eine neue wirtschaftliche Existenz gefunden haben.
Reibekuchen = „fritella di patate“
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Die bisherige Berichterstattung der Bergischen Morgenpost über die Auswanderung der Leithäusers ist nachzulesen unter www.rp-online.de/wermelskirchen. Direkten Kontakt zu Anke und Dirk Leithäuser gibt es per E-Mail: didi_und_hasi@hotmail.de, denn sie bieten ihren Wohnwagen auf dem Campingplatz am Gardasee auch zum Mieten für die Urlaubswochen an.
„Am Sonntag war ein ganz toller Tag, die Saison hat jetzt so richtig begonnen!“, freute sich Dirk Leithäuser gestern im Gespräch mit der BM. Endlich sei auch das reparierte Stromaggregat aus Deutschland eingetroffen: „Wir suchen jetzt einen Standort, an dem wir den Imbisswagen auch bis 22 Uhr aufhalten können“, berichtete „Didi“. Ansonsten gebe es aber an dem inzwischen angestammten Platz an einem Penny-Markt sowie auch am Strand schon jede Menge Stammkundschaft: „Es gibt sogar Leute, die reisen 80 Kilometer an für unseren Kartoffelsalat mit Curry-Wurst“, berichtet er. Denn diese Kombination sei nicht nur bei den etwa 30 Prozent italienischen Kunden, sondern auch bei den Deutschen und Holländern der absolute Renner. So schält „Didi“ alle zwei Tage etwa sieben Kilogramm Kartoffeln: „Heute bin ich wieder dran“, stöhnte er gestern. Und „Hasi“ bereitet dann ihren beliebten Kartoffelsalat zu, der aber stets sehr schnell wieder ausverkauft ist. Fortschritte machen bei den Exil-Wermelskirchenern inzwischen auch die Italienisch-Kenntnisse. „Wir wissen jetzt auch, was Reibekuchen auf Italienisch heißt!“, sagt „Didi“, nämlich „fritella di patate“. Auf der Speisekarte stehen bei Leithäusers außerdem „insalata di patate“, also Kartoffelsalat, und „salciccia rostila con salsa curry“, eben Curry-Wurst.
Bestellungen werden denn auch längst auf Italienisch angenommen, aber natürlich auch weiterhin auf Deutsch. Denn auch der Lieferservice von „Didis“ und „Hasis“ Imbiss-Paradies kommt so langsam ins Rollen. Gute Kunden für den Lieferservice seien zur Zeit die vielen Schülergruppen auf den Campingplätzen, freut sich Dirk Leithäuser.
Einen Ruhetag werden die beiden Wermelskirchen-Auswanderer jetzt etwa bis Mitte/Ende September, wenn sich die Gardasee-Saison dem Ende zuneigt, wohl nicht mehr haben. Ruhiger wird’s dann außerhalb der Saison. Deshalb geben „Didi“ und „Hasi“ jetzt alles, um geschäftlich Fuß zu fassen. Auf einen Vorteil können sie allerdings bereits setzen: „Viele Leute kennen uns schon aus der Zeitung und aus dem Fernsehen. Wir werden oft darauf angesprochen,“ sagt Dirk Leithäuser, obwohl gerade er mit seiner Darstellung in der Vox-Serie überhaupt nicht zufrieden ist, wie er beklagt.
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