Wermelskirchen: Dach hält die Wärme drinnen
VON NORBERT BANGERT - zuletzt aktualisiert: 25.01.2010Wermelskirchen (RPO). Beim Dachbau und der Dachsanierung hat sich in den zurückliegenden Jahren viel getan – aus gutem Grund, denn die richtige Dämmung entscheidet über den Energieverlust. Gut beraten ist, wer auf den Fachmann setzt.
Aus heutiger Sicht ist es unfassbar, in den 70er Jahren war es normal: In Privathaushalten wurde geheizt, was der Kessel hergab, wobei der größte Teil der erzeugten Energie ungenutzt durch Dach und Fenster entwich. Erst die erste Ölkrise im Herbst 1973 und die folgenden Preissteigerungen haben für ein Umdenken gesorgt.
Verschärfte Auflagen
Auch für Uwe Brügger und Frank Oberdörfer hat sich in ihrem Beruf vieles verändert. Gerade erst sind die beiden Dachdeckermeister von einem Lehrgang in Mayen zurückgekehrt, veranstaltet vom Dachdecker-Verband. Thema war die Energieeinsparverordnung 2009, die im Oktober in Kraft trat. "Es wurden nicht nur die energetischen Anforderungen je nach Alt- oder Neubau um bis zu 30 Prozent verschärft, geändert haben sich auch Verfahrensdinge", berichtet Uwe Brügger.
Themen der Serie
Dienstag, 26. Januar Die Außendämmung
Mittwoch, 27. Januar Die Innendämmung
Donnerstag, 28. Januar Die Wärmepumpe
Freitag: 29. Januar Ergebnis der Telefonaktion mit Experten
So wurden beispielsweise die Bestimmungen zum Vollzug der Verordnung verstärkt. Nachweise bestimmter Arbeiten im Gebäudebestand sind demnach vom Handwerker durch eine Unternehmererklärung zu dokumentieren. Außerdem werden einheitliche Bußgeldvorschriften bei Verstößen gegen zentrale Vorschriften eingeführt.
Handlungsbedarf gibt es allemal, egal ob mit oder ohne Verordnung. "Fast alle Gebäude, die vor den 80er Jahren gebaut wurden, sind nicht so, wie sie sein sollten, teilweise wurden sie gar nicht gedämmt", sagt Frank Oberdörper. Er schätzt, dass bis zu 90 Prozent der Dächer Optimierungsbedarf haben.
Das Wermelskirchener Dachdecker-Unternehmen hat hauptsächlich mit Sanierungen von Gebäuden zu tun. Um ein Dach ordnungsgemäß zu dämmen, setzen die Profis das Produkt "isofloc" ein. "Dabei handelt es sich um einen Zellulose-Dämmstoff, der aus alten Zeitungen gewonnen wird", erklärt Brügger. Diese werden dann noch mit Bohrsalzen behandelt, um das Material gegen Schimmelpilzbefall zu schützen. Das ökologische Dämm-Material wird dann mit Spezialgeräten in zu schaffende oder bereits vorhandene Hohlräume des Daches oder der Geschossdecken eingebracht. Je nach den Gegebenheiten kann die Dämmschicht zwischen 16 und 18 Zentimetern dick sein.
"Dieses Verfahren hat viele Vorteile: Es ist umweltfreundlich und bietet auch einen sommerlichen Wärmeschutz", so Brügger. Diese Arbeit, betont er, kann jedoch nur von einem Fachbetrieb erledigt werden, der auch entsprechend zertifiziert ist.
Kirche am Markt gedämmt
Übrigens setzen auch öffentliche Auftraggeber auf das von den Wermelskirchenern eingesetzte Verfahren. "Wir haben sogar den Dielenboden der Kirche am Markt gedämmt", sagt Brügger.
Hintergrund Die Energiesparverordnung trat erstmals am 1. Februar 2002 in Kraft. Sie löste die Wärmeschutzverordnung und die Heizungsanlagenverordnung ab und fasste sie zusammen. Novellierungen gab es 2004, 2007 und 2009. Eine weitere Stufe ist für das Jahr 2012 geplant.
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