Wermelskirchen: Das Ende für bewährte Schulen
VON GUNDHILD TILLMANNS - zuletzt aktualisiert: 19.03.2011Wermelskirchen (RPO). Mit der vom Rat beschlossenen Aufgabe des PCB-belasteten Realschulgebäudes kommt die ganze weiterführende Schullandschaft ins Rollen. Die spannende Frage: Gibt es eine Gesamtschule oder eine Gemeinschaftsschule?
Früher als erwartet und brennender stellt sich für die Stadt Wermelskirchen jetzt nicht nur die Frage nach der Zukunft der Realschule und der Hauptschule. Die ganze Schullandschaft der weiterführenden Einrichtungen, inklusive des Gymnasiums und des Berufskollegs, wird ein vom Stadtrat eingesetztes Fachgremium jetzt beleuchten.
Aufgabe dieses Gremiums ist es auch, einen oder mehrere Vorschläge zu neuen Schulstrukturen für die politische Entscheidung vorzubereiten. Dabei wird es auch um solche Frage gehen, wie das Thema, ob sich für Wermelskirchen eine Gesamtschule für alle Stufen oder eine Gemeinschaftsschule für die Sekundarstufe I eignen würde.
In alle Richtungen offen soll das Gremium nun diskutieren und Konzepte erarbeiten. Es besteht aus den Leitern der weiterführenden Schulen, Marita Bahr fürs Gymnasium, Sylvia Wimmershoff fürs Berufskolleg, Birgit Sköries für die Realschule und Gebhard Lehr für die Hauptschule.
Außerdem gehören zu dem Fachgremium Schuldezernent Jürgen Graef, Andreas Voß und Birgit Ludwig-Schieffers für das städtische Schulamt. Und es soll ein Vertreter des Kreisschulamtes hinzu kommen. Nach Informationen unserer Zeitung wäre dabei Kreisschulamtsdirektor Herbert Schiffmann der Wunschkandidat, denn er hat die Hauptschule geleitet und ihr vielfach ausgezeichnetes Schulprogramm, das bis heute gilt, aus der Taufe gehoben.
"Zeit der Hauptschule ist zu Ende"
Darauf nahm auch Dietmar Paulig (Bündnis 90/Die Grünen)in der Ratssondersitzung am Donnerstag Bezug: "Ich bin ein Verfechter der Hauptschule. Und die Hauptschule Wermelskirchen ist von keiner anderen Schule zu toppen", sagte der Kommunalpolitiker, der selbst Leiter einer Hauptschule in Radevormwald ist.
Aber deshalb wisse er auch: "Die Zeit der Hauptschule ist zu Ende." Sie habe keine Wertigkeit mehr in der Gesellschaft, wie die rückläufigen Anmeldezahlen zeigten. Deshalb sei auch für Wermelskirchen der Abschied von den bislang bewährten Schultypen gekommen und neue Strukturen müssten gefunden werden.
Pauligs Einschätzung belegten auch die aktuellen Zahlen aus dem Schulentwicklungsplan, die Andreas Voß darlegte: 2012 werden 2422 Kinder auf die weiterführenden Schulen verteilt sein, 2030 aber nur noch 1585. Das Gymnasium schrumpfe von 1350 auf 785 Schüler, die Realschule von 682 auf 588 und die Hauptschule von 390 auf 213 Jugendliche, so Voß.
"Wir produzieren freie Klassenräume", sagte er. Jetzt gebe es bereits 14 freie Klassenräume und spätestens 2018/19 genügend, um die Realschule in der Hauptschule und beispielsweise in der benachbarten Grundschule Ost oder in der Dörpfeld-Schule unterbringen zu können.
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