Wermelskirchen: Das Tierheim wird als "Privat-Zoo" kritisiert
VON GUNDHILD TILLMANNS - zuletzt aktualisiert: 11.02.2011Wermelskirchen (RPO). "Wir freuen uns auf Ihren Besuch im Tierheim...Besuchen Sie uns doch mal an einem Sonntag...es gibt Kaffee und Waffeln": So wirbt der erneut wegen seiner Vermittlungspraxis in die Kritik geratene Tierschutzverein Wermelsirchen/Hückeswagen auf seiner Internetseite (www.tierheim-wermelskirchen.de).
Im Tierheim Wermelskirchen wartet laut Homepage auch weiterhin neben vielen anderen Tieren die Schäferhündin Kessy auf ein neues Zuhause. "Eine wahre Traumhündin...das Alleinbleiben müsste man mit ihr noch ein wenig üben, was aber sicherlich kein Problem sein wird", wird sie angepriesen. Doch den Tierfreunden Bernd und Bärbel Siang wurde die Hündin verwehrt, weil das Paar voll- und teilzeitberufstätig ist.
Entgegen der Angaben auf der eigenen Homepage hat die Vorsitzende des Tierschutzvereins, Magda Ditges, mittlerweile auch erklärt, die Hündin könne überhaupt nicht alleine sein, sie sei erheblich gestört und belle ständig. Aber nicht nur an der angeblichen "Traumhündin" Kessy entzündet sich die weiterhin schwelende Welle von Kritik am Tierheim Wermelskirchen.
Auch weiterhin melden sich BM-Leser mit ihren Negativerfahrungen. "Nachdem und das Tierheim Wermelskirchen für ungeeignet hielt, eine Schäferhündin zu bekommen, haben wir uns an das Tierheim Solingen gewendet. Wir trafen dort sehr liebevolle Mitarbeiter und auch die Tierheimchefin an: Ganz das Gegenteil zum Tierheim Wermelskirchen", schreiben die BM-Leser. Sie seien nun überglückliche Besitzer einer ganz lieben Schäferhündin aus dem Tierheim Solingen: "Wir sagen 1000mal Danke an das Tierheim Solingen", betonen die Wermelskirchener.
Auch Katzenliebhaber klagen über Abfuhren im Tierheim Wermelskirchen. "Unsere Erfahrungen mit dem Tierheim Wermelskirchen sind nicht gut", schreibt eine Katzenfreundin, "dagegen fühlten wir uns im Tierheim Lennep sofort wohl. Wir haben von dort auch drei Katzen bekommen", schreibt die BM-Leserin, die das Tierheim Wermelskirchen sogar als "Privat-Zoo" bezeichnet.
Henning Rehse, WNKUWG-Fraktionsvorsitzender und Hundebesitzer, meint: "Es ist der Umgangston, der im Tierheim nicht stimmt." Die Ablehnungskriterien seien wohl sogar nachvollziehbar. Ordnungsamtsleiter Jürgen Hemmerich ist sogar froh, dass das Tierheim die Fundtiere aufnimmt: "Wenn wir das als Stadt tun müssten, würde es für uns teurer", sagt er. Auch entstehe der Stadt kein finanzieller Nachteil, wenn Frau Ditges nur wenige Fundtiere wieder abgebe. Es bleibe bei dem pauschalen städtischen Zuschuss von 8000 Euro im Jahr.
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