Wermelskirchen: Das zahlen die Bürger
VON HENDRIKE SPAAR - zuletzt aktualisiert: 27.02.2010Wermelskirchen (RPO). Wer im Rathaus eine Dienstleistung in Anspruch nimmt, darf das Portemonnaie nicht vergessen: Antragsteller werden in vielen Fällen zur Kasse gebeten. Nur wenige Leistungen gibt es kostenfrei.
Eheschließung 40 Euro, Reisepass 59 Euro, Ersatz für die Lohnsteuerkarte fünf Euro – im Rathaus gibt es nur wenige Dienstleistungen, für die der Bürger nicht in seinen Geldbeutel greifen muss. Ganz gleich, ob Heiratsurkunde, Führungszeugnis oder die bloße Beglaubigung von Kopien – immer wird der Bürger zur Kasse gebeten. "Auf einen Teil dieser Gebühren haben wir allerdings keinen Einfluss", erklärt Dezernent Jürgen Graef. So sei etwa die Eheschließung mit einem Betrag von 40 Euro landesweit geregelt. Wer außerhalb der Öffnungszeiten des Standesamtes heiraten möchte, der muss deutlich tiefer in die Tasche greifen. Hierfür werden weitere 66 Euro fällig. "Wenn unsere Standesbeamten samstags oder sonntags arbeiten, dann erhalten sie einen Personalzuschlag", erklärt Graf die zusätzlichen Kosten."
Service im Internet
Vor dem Gang ins Bürgerbüro oder ins Standesamt lohnt sich ein Blick ins Internet. Unter dem Link "Rathaus/Dienstleistungen von A bis Z" auf der Homepage www.wermeslkirchen.de kann sich jeder darüber informieren, bei welchem Amt er richtig ist, welche Unterlagen er mitbringen muss und was der Service kostet.
Zur Kasse gebeten werden die Bürger auch bei Beglaubigungen oder Kopien. So kostet das Beglaubigen einer Unterschrift zwei Euro, das von Abschriften, Zeichnungen, Plänen oder ähnlichem 3,75 Euro. Sparen sollte man sich hingegen die 60 Cent für eine Kopie, denn die gibt es in vielen Copy-Shops schon für sechs bis sieben Cent. Überdurchschnittlich teuer ist der Gang ins Wermelskirchener Rathaus aber nicht: In Hückeswagen, Remscheid oder Radevormwald sind die Preise gleich.
Im städtischen Haushalt spielt die Einnahmeposition "Verwaltungsgebühren" keine geringe Rolle: Aus dem Standesamt werden nach Schätzungen am Ende des Jahres rund 32 000 Euro in das Stadtsäckel gespült, aus dem Bürgerbüro noch einmal 160 000 Euro, wie Kämmerer Klaus Stubenrauch erklärt. In letzterem wurden im vergangenen Jahr 3616 Personal- und 1429 Reisepässe ausgestellt.
Kostenaufwand ausgleichen
Wie die kommunalen Gebühren zustande kommen? Das erklärt Claus Hamacher vom Städte- und Gemeindebund: Es wird ermittelt, in welcher Gehaltsklasse der Mitarbeiter ist, der die Anfrage bearbeitet, dann wie viel Zeit er benötigt, und schließlich wird ein Sachkostenzuschlag erhoben." Städtische Gebühren sind so auch ein Zeichen dafür, wie effizient eine Stadtverwaltung aufgestellt ist. Geld verdienen dürfen die Kommunen mit den Verwaltungsgebühren nicht, nur den Kostenaufwand ausgleichen. Allerdings ist der Zuschnitt der Gebühren den Städten und Gemeinden selbst überlassen. "Wenn eine Kommune in allen Bereichen teurer als eine andere ist, sollte man sich Gedanken über die Organisationsstruktur machen", so Hamacher.
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