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Wermelskirchen: Den Müll nicht mehr trennen?

VON GUNDHILD TILLMANNS - zuletzt aktualisiert: 26.07.2008

Wermelskirchen (RPO). Die CDU will die Stadtverwaltung prüfen lassen, ob die Mülltrennung teilweise oder ganz aufgegeben werden kann. Amtsleiterin Dietlinde Ritter sagt aber: „Das geht nicht, es würde gegen das Gesetz verstoßen.“

Die CDU will jetzt prüfen lassen, ob Wermelskirchen künftig auf die Mülltrennung verzichten kann.  Foto: RPO
Die CDU will jetzt prüfen lassen, ob Wermelskirchen künftig auf die Mülltrennung verzichten kann. Foto: RPO

Biotonnen, aus denen bei heißem Wetter die Maden hervorquollen; gelbe Säcke, in die auch verderbliche Güter gepackt wurden; Papier mit Kunststoffbeschichtungen in blauen Tonnen – und was gehört eigentlich in die graue Restmülltonne? – Extrem schwierig und aufwändig war vor nun fast 20 Jahrendie Umstellung in Wermelskirchen auf eine konsequente Mülltrennung. Die hat sich aber längst eingespielt, ist eigentlich kein Thema mehr.

Technisch so weit fortgeschritten

Für die CDU-Fraktion aber doch, sie hat es zu einem ihrer Sommerthemen erklärt, will die Mülltrennung „überdenken“ und von der Verwaltung prüfen lassen, ob diese aufgeweicht oder sogar abgeschafft werden kann. Dies gaben CDU-Fraktionsvorsitzender Klaus Seeger und CDU-Stadtverbandsvorsitzender Volker Schmitz jüngst bei einer Bilanz der Sonderfraktionssitzung in der Sommerpause bekannt.

Info

Trennung eingespielt

Nach Erfahgrungen von Amtsleiterin Dietlinde Ritter hat sich die konsequente Mülltrennung in Wermelskirchen zwar gut eingespielt, aber sie sagt auch: „Schwarze Schafe gibt es immer.“ Zwar gehöre die Mülltrennung einerseits längst zum Alltag. Aber gerade,wenn man sich an etwas zu sehr gewöhnt habe, nehme auch die Gefahr der Nachlässigkeit zu.

Die bezogen sich auf Erfahrungen anderer Kommunen, die wie Wermelskirchen die Mülltrennung vor Jahren eingeführt, inzwischen aber wieder abgeschafft hätten. Dies sei in den meisten Fällen geschehen, weil das Sortieren in gelbe Säcke und Restmüll inzwischen nicht mehr notwendig sei, weil die Sortiertechnik bei den Entsorgergesellschaften so weit fortgeschritten sei, hatten Seeger und Schmitz erfahren. Aber nicht nur die gelben Säcke, auch die Biotonnen und Papiertonnen würden in einigen Gemeinden schon wieder abgeschafft.

Der Prüfauftrag, den die CDU an die Verwaltung zur Mülltrennung herausgeben will, soll aber auch darauf abzielen, die Entsorgungsgebühren zumindest konstant zu halten, wenn nicht gar zu senken. Altpapier sei derart im Preis gestiegen, damit machten Firmen wie Remondis mittlerweile einen richtig guten Schnitt: „Das sollten wir bei den anstehenden Kostenverhandlungen im Blick behalten“, regen Seeger und Schmitz an. Dietlinde Ritter, die Leiterin des Bauverwaltungsamtes, ist von Anfang an die Expertin für Mülltrennung bei der Stadtverwaltung und hat auch die schwierige Anfangsphase begleitet. Sie spricht sich aus drei Gründen ganz klar gegen eine Rücknahme der Mülltrennung aus: „Erstens ist eine Aufhebung oder Aufweichung der Mülltrennung gar nicht nicht möglich, weil dies gegen das Kreislaufwirtschaftsgesetz verstoßen würde“, betont Dietlinde Ritter. Zweitens würde Wermelskirchen damit gegen die Richtlinien des Bergischen Abfallwirtschaftsverbandes (BAV) vorgehen oder diese ändern lassen müssen. Und zum dritten habe der Gedanke der Wiederverwertung für den Umweltschutz absolute Priorität.

Burscheid verstößt gegen Gesetz

Zwar habe die CDU Recht, dass einige Gemeinden die Mülltrennung bereits aufweichen: „Burscheid hat beispielsweise die Biotonne wieder abgeschafft, aber damit hat Burscheid auch Stadt eindeutig gegen das Gesetz verstoßen“, betont die Amtsleiterin. Allerdings müssten derartige Verstöße erst einmal der entsprechenden oberen Fachbehörde zur Kenntnis gelangen, um von der dann auch geahndet werden, gibt Dietlinde Ritter zu bedenken.

Quelle: RP

 
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