Wermelskirchen: Denkmalschutz ist erloschen
VON GUNDHILD TILLMANNS - zuletzt aktualisiert: 03.04.2007Wermelskirchen (RPO). Die Eipringhausener Mühle wird nach ihrem Einsturz jetzt abgerissen. Der Denkmalschutz besteht zwar nicht mehr, aber der Besitzer des Grundstückes wird wohl kaum die Genehmigung für einen Neubau erhalten.
Wie eine richtige Mühle sah sie schon lange nicht mehr aus; nichts erinnerte mehr an die Blütezeiten der aber immerhin noch denkmalgeschützten Eipringhausener Mühle. Nun ist auch das Dach eingestürzt – und damit sind Fakten geschaffen worden: „Mit dem Verfall der Mühle ist auch der Denkmalschutz erloschen“, berichtete Dezernent Jürgen Graef auf Nachfrage der BM.
Ein ganz sensibles Gebiet
Der Wegfall des Denkmalschutzes bedeute aber nicht, dass jetzt auch keine ordnungs- und baurechtliche Bestimmungen mehr zur Anwendung kämen, im Gegenteil: „Wir haben den Eigentümer angewiesen, die Mühle abzureißen. Und das geschieht zur Zeit“, so Graef. Problematisch werde es aber, falls der Eigentümer Pläne habe, anschließend auf dem Grundstück wieder irgendetwas neu zu bauen: „Das ist ein ganz sensibles Gebiet“, betont Graef. In Eipringhausen müssten bei Bauvorhaben – keineswegs nur in der Bachaue – alle nur möglichen Landschafts- und Außenbereichsbelange berücksichtigt werden. Er gehe davon aus, dass sich die Anschlussnutzung des Mühlengeländes nur dann unproblematisch gestalten werde, wenn es der Besitzer sozusagen unberührt liegen lassen werde.
Die alte Mühle
Die Eipringhausener Mühle war 140 Jahre lang als Knochen- und Getreidemühle genutzt worden. Sie gehörte zu einem Ensemble von acht Mühlen entlang des Eifgenbaches. Schwarzpulver wurde aber in der Eipringhausener Mühle im Gegensatz zu den meisten anderen Mühlen nie gemahlen. Es gab auch zahlreiche Anekdoten und sogar Spukgeschichten, die über die Eipringhasauner Mühle erzählt wurden. Josef und Klara Raffelsiefer hatten das Anwesen als letzte Müller noch bis zum Zweiten Weltkrieg betrieben.
Jürgen Graef geht übrigens nicht davon aus, dass beim endgültigen Zusammenbruch der Mühle, der jetzt schließlich auch die Denkmalschutzproblematik beiseite geräumt hat, von wem auch immer nachgeholfen worden sein könnte: „Ich konnte jeden Tag auf meinem Weg nach Hause sehen, wie die Mühle verfällt. Und möglicherweise hat auch der Orkan Kyrill noch dazu beigetragen“, meint Jürgen Graef. Die Stadtverwaltung habe bislang noch keinen weiteren Kontakt zum Besitzer – bis auf die Anordnung zum Abriss der Mühle. Deshalb sei auch noch nicht bekannt, was er anschließend mit dem Grundstück vorhabe.
Vor etlichen Jahren hatte der Besitzer der Eipringhausener Mühle das Anwesen zu einem Hotel oder zu einem Restaurant umbauen wollen. Diese Pläne waren aber an den harten Landschaftsschutzauflagen wegen der Eifgenbach-Aue gescheitert. Denn rückwärtig zur Bachaue hin durfte der Besitzer nicht die erforderlichen Parkplätze anlegen. Und zur Landstraße hin fehlte der Platz.
Als die Mühle dann in den Folgejahren immer mehr verfiel, gab es auch den Vorschlag der Unteren Denkmalbehörde bei der Stadtverwaltung, zur Rettung das Denkmal als Kommune zu übernehmen. Aber es war mit dem Besitzer zu keinem Vertragsabschluss gekommen. Denn in solchen Fällen wird auch nur der aktuelle Verkehrswert der Immobilie erstattet.
Kein Einzelfall
Laut Jürgen Graef ist der „Fall Eipringhausener Mühle“ aber nicht das einzige „Problemkind“ für die Stadtverwaltung: Vergleichbare Schwierigkeiten könnte es theoretisch mit allen Denkmälern auf Wermelskirchener Stadtgebiet geben. So hatte die BM beispielsweise kürzlich auch über das Denkmal in Kreckersweg, die ehemalige Gaststätte, berichtet. Dessen Besitzer hat enorme Schwierigkeiten, das Anwesen zu sanieren.
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