Wermelskirchen: Der "Giftliste" trotzen: Wir-Gefühl erzeugen
zuletzt aktualisiert: 11.02.2012Wermelskirchen (RP). Wermelskirchen muss sparen. Welche Auswirkungen dies haben wird, hat das Regenbogen-Bündnis aufgezeigt, ebenso hat der Bürgermeister angekündigt: Es wird Einschnitte geben. Gerade bei den freiwilligen Zuschüssen muss gespart werden. Damit gibt sich Dirk Wartmann aber nicht zufrieden. Er ruft eine Bürgerplattform ins Leben, um das aufzufangen, was an Zuschüssen in den nächsten Jahren wegfallen wird. "Wir sind Wermelskirchen" heißt dieses neue Aktionsbündnis – "ich möchte damit einfach Bürger abholen zu helfen, einfach mit anzupacken. Ich möchte ein Wir-Gefühl aufbauen, damit wir uns von den Sparmaßnahmen nicht unterkriegen lassen."
Dieser Schritt hat einen Hintergrund. Als der Einzelhandel in Dabringhausen nicht mehr zur Adventszeit die Weihnachtsbäume aufstellte und der VVV Dabringhausen dies nicht mehr allein stemmen konnte, machte sich Wartmann als Bürger dieses Ortsteils Gedanken. Er sprach Gruppen an, ob sie bereit seien, mit anzupacken. "DTV, VVV und eine politische Gruppierung waren sofort bereit." Die Geschäftsleute wurden um eine 10-Euro-Spende gebeten, so dass 500 Euro für den Kauf von 40 Bäumen zusammenkam. Über 30 Leute halfen. Dieses neue "Wir-Gefühl" habe ihm Mut gemacht, diese Aktion auf größere Füße zu stellen. "Es muss halt jemanden geben, der einfach mal eine Idee hat, die Leute abholt. Freiwillig kommt keiner."
Viele Baustellen
Baustellen wird es genug geben: Denn da sei die "Giftliste", die ins Kontor schlage. Ob Bücherei, Katt, Bürgerbüro, der kulturelle Bereich (Geschäftsführung), das Hallenbad – es gebe viele Möglichkeiten, wo Bürger sich engagiert einbringen könnten. "Wenn wir Bürgerwillen zeigen, müssen wir nicht die Einsparungen spüren", so seine Vorstellung. Über die Bürgerplattform sollen die Menschen angesprochen werden. Wobei ihn die Freiwilligenbörse unterstützen wird. Hans-Erwin Hermann wird aktiv und stark mitarbeiten. "Ich sehe die Freiwilligenbörse als Partner. Sie hat viele Kontakte, kann uns helfen, bleibt aber eigenständig, denn wir wollen uns auf Bereiche konzentrieren, die unter der ,Giftliste' zu leiden haben", machte Wartmann deutlich, der sich als Moderator sieht.
Ein Konzept soll am runden Tisch entstehen, zu dem eingeladen wird und an dem auch politische Gruppierungen teilnehmen sollen. Nur so sei Transparenz möglich, denn man benötige die Unterstützung des Rates. Wartmann jedenfalls ist sich sicher, den Bürgern so die Angst zu nehmen: "Wir wollen helfen. Dann verschwinden auch wieder die vielen Sorgenfalten in den Gesichtern der Bürger." Das gehe aber nur, wenn "alle erkennen, dass ,Wir Wermelskirchen sind'. Dann können wir auch was bewirken."
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