Wermelskirchen: „Die Lehre der Gesellschaft“
VON KRISTINA DE GIORGI - zuletzt aktualisiert: 07.01.2008Wermelskirchen (RPO). Die CDU hatte zum Neujahrsempfang ins Bürgerzentrum geladen. Die Gästeliste konnte sich sehen lassen. Gastredner und Sportlegende Eberhard Gienger erzählte von sportlichen Erfolgen.
Es lag etwas in der Luft: Sportlicher Ruhm und Ehre, politische Souveränität und Präsenz, interessierte Blicke und anregende Gespräche. Und alle wünschten sich dasselbe: Ein frohes neues Jahr 2008. Die CDU hatte ins Bürgerzentrum geladen und viele kamen. Das Blasorchester Dabringhausen begrüßte die Gäste stilvoll mit „Des Großen Kurfürsten Reitermarsch“, es wurden Schnittchen gereicht, die Atmosphäre war locker.
Ein sichtlich nervöser Volker Schmitz, Vorsitzender der CDU Wermelskirchen stellte die Parteifreunde aus der ersten Reihe vor: Wolfgang Bosbach, Rainer Deppe, Holger Müller, Rolf Menzel, Heinz Voetmann, Helga Loepp und Heinrich Niehaves. Und dann saß da noch jemand: Die Sportlerlegende Eberhard Gienger war Gastredner beim Neujahrsempfang. Seit September liefen die Bemühungen, den 36-fachen Deutschen Meister im Turnen in die Kleinstadt mit Herz zu holen. Die Anstrengung gelang. Allerdings war es gar keine solche.
Eberhard Gienger
Eberhard Gienger wurde am 21. Juli in Künzelsau/ Baden-Württemberg geboren. Seit 1978 ist er mit Prof. Dr. Sybille Gienger verheiratet.
1974 und 1978 wurde er nicht von ungefähr als Sportler des Jahres geehrt: 36-facher Deutscher Meister, dreifacher Europameister am Reck (1973, 1975, 1981) sowie 1974 auch Weltmeister am Reck in Varna, um nur einige seiner sportlichen Erfolge zu nennen.
Beziehungen zu Wermelskirchen
Denn Gienger hat schon seit jeher eine enge Beziehung zu Wermelskirchen, durch den Großsponsor OBI ist ihm die Stadt bestens bekannt. So hat der gebürtige Baden- Württemberger die Stadt lieben gelernt und war schon oft zu Besuch. Auch, wenn er dieses Mal die erste politische Veranstaltung mit seiner Anwesenheit beehrte.
Heinz Voetmann rief die damals noch Neujahrsauftakt betitelte Veranstaltung ins Leben. Zum 50. Mal sangen die Sternsinger und schrieben die Initialen von Caspar, Melchior und Balthasar an die Wand. Dann sang die Gemeinschaft das „Gloria“, die feierliche Stimmung des neuen Jahres war bestens untermauert.
„Politik ist die Lehre der Gesellschaft“, lernte Volker Schmitz in der sechsten Klasse in der Schule. Gesellschaftlich war es an diesem Nachmittag. Politisch weniger. Aber das hat niemand so wirklich gestört. Erstmalig gab es einen christlichen Segen – ein guter Schritt, führt die Union die Betonung des Christentums doch in ihrem Namen.
Das alles gab Hoffnung und Zuversicht. Und Hoffnung auf gute Unterhaltung gab neben Musikern und Sternsingern auch Eberhard Gienger, seines Zeichens nicht nur Spitzensportler, Mitglied der CDU und seit 2002 Mitglied des Deutschen Bundestags, sondern auch dreifacher Vater und zweifacher Großvater.
Mit einem kurzen Abriss aus seinem sportlichen Leben schaffte er es, die Brücke zu schlagen von Bekanntheit und Ruhm über den Sport hin zu Familie und Gesellschaft und von da aus auch zur Politik. Womit der Kreis der Veranstaltungsthemen sich wieder schloss.
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