Wermelskirchen: Die Wärme im Haus halten
VON NORBERT BANGERT - zuletzt aktualisiert: 26.01.2010Wermelskirchen (RPO). Viel Wärme geht durch die Wände eines Hauses verloren, wenn die Außendämmung der Fassade unzureichend ist. Entscheidend ist die Wärmeleitfähigkeit der verwendeten Baustoffe.
Zirka 30 Prozent der Wärme, so besagt eine Statistik, geht über die Fassaden eines Hauses verloren, oftmals mehr als über Dächer und Fenster. Selbst wenn die Werte je nach Objekt schwanken, steht doch fest, dass der prozentuale Anteil an vergeudeter Energie beträchtlich ist.
Der Malerbetrieb Scheithauer bietet unter anderem die Dienstleistung "Fassaden-Dämmung" an. "Wir arbeiten mit dem Wärmedämmverbundsystem MD Therm der Firma Meffert", sagt Michael Scheithauer und zeigt auf ein Modell, das in seinen Büroräumen in Preyersmühle steht. Er und Christian Kiesecker führen das 1956 gegründete Traditionsunternehmen gemeinsam. Zwölf Mitarbeiter werden beschäftigt.
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"Die Art des Mauersteins spielt bei der Installation eines solchen Systems keine Rolle", erklärt Scheithauer. Anders sehe es allerdings bei einem Fachwerkhaus aus, wo unter Umständen eine neue Unterkonstruktion geschaffen werden muss. "Im Normalfall prüfen wir zunächst den Untergrund, ob er überhaupt tragfähig ist", so der Handwerker. Sollte sich die Schicht bei einem Klopftest als marode herausstellen, wird sie entfernt. Um sicher zu gehen, setzen die Spezialisten spezielle Geräte ein, mit denen die Zugfestigkeit geprüft wird.
Dann werden die Polystyrol-Hartschaumplatten in einem speziellen Klebeverfahren aufgebracht. Je nach Geschosshöhe werden die Platten von den Handwerkern auch verdübelt. "Ab einer Höhe von 20 Metern müssen wir auf jeden Fall dieses Verfahren anwenden, da der Winddruck groß ist", ergänzt Christian Kiesecker. Danach wird die so genannte Armierungsschicht aufgetragen und ein Gewebeband für die Festigkeit eingelegt. Als letzter Schritt vor dem Anstrich kommen der Putzgrund und schließlich der Putz an die Reihe.
"Um die Gleichfarbigkeit zu gewährleisten, machen wir auch einen Egalisierungsanstrich, der verzögert die Algenbildung. Eine besondere Problemzone an Gebäuden sind immer die so genannten Anschlüsse, also die Stellen, wo zwei Bauteile aufeinander treffen." Als Beispiel nennt Scheithauer den Betonsockel eines Balkons. An den Übergängen müsse besonders sorgfältig gearbeitet werden. Die Wärmedämmung, so betonen die Geschäftsführer, sei alleine schon wegen der Energieeinsparverordnung ein Muss, egal ob bei einem Alt- oder Neubau.
"Eine Außendämmung ist zudem allemal wirksamer als nur eine Innendämmung", stellt Scheithauer klar. Optimal sei ein kombiniertes Vorgehen, bei dem nicht nur die Fassade, sondern auch Dach, Fenster und Kellerdecke gedämmt werden. Wichtig ist auch das eigentliche Dämm-Material, das, je nach Ausführung, eine unterschiedliche spezifische Wärmeleitfähigkeit besitzt. Scheithauer weiß, wovon er redet,. Auch der Innenausbau und die Energieberatung gehören zu seinem Dienstleistungsangebot.
Hintergrund Die spezifische Wärmeleitfähigkeit ist die wichtigste Eigenschaft von Wärmedämmstoffen. Sie gibt an, welche Wärmemenge in einer Stunde bei einem Temperaturunterschied von einem Grad Kelvin durch durch einen Quadratmeter einer einen Zentimeter dicken Schicht eines Stoffes strömt. Gut geeignet zur Dämmung sind Stoffe mit einer niedrigen spezifischen Wärmeleitfähigkeit. Beton hat beispielsweise einen Wert von 2,1, Wolle von nur 0,035.
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